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Akihabara im Auftrag von „Cool Japan“

Was ist „Cool Japan“?

„Cool Japan“ ist ein Konzept, eine Bewegung und Strategie von der japanischen Regierung, das Japan als weltweiten Trendsetter für Populärkultur und dem damit verbundenen wirtschaftlichen Erfolg vorsieht. Angelehnt an die „Cool Britannia“ Kampagne umfasst „Cool Japan“ die Diskussion um Japan als Kulturnation und um den Export der japanischen Populärkultur, spezieller Entertainment, Technologie Kunst, Mode, und Musik. Nachdem Douglas McGray 2002 einen bahnbrechenden Artikel mit dem Titel „Japan’s Gross National Cool“ verfasst und veröffentlicht hat, in welchem grundsätzlich suggeriert wird, dass Japans wahre Macht und Potenz in der globalen Attraktivität der japanischen Populärkultur liegt, wurde „Cool Japan“ zum ernsthaften Gesprächsthema vieler Politiker in Japan. Aufgrund dessen begann man in Japan die eigene Populärkultur ernst zu nehmen. Akihabara im Auftrag von „Cool Japan“ weiterlesen

Otakus als neue Lebensform des medialen Zeitalters?

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Flickr cc river seal

Wir leben in einer Welt, die zunehmend vom Internet, dem Konsum und den sogenannten „neuen Medien“ durchdrungen ist. Eine Gruppe, die ganz besonders mit diesen „neuen Medien“ und dem Konsum in Verbindung gebracht wird, ist die der „Otakus“. Unter einem Otaku wird nach Michael Manfé eine Person verstanden, die ein Medienphänomen ins Zentrum ihres Lebens stellt. Dieses Medienphänomen sei dabei strukturgebend für den Alltag der Person. Der Otaku sei eine zurückgezogene und eher kontaktscheue Person, die nur Kontakt mit Leuten aufnimmt, die dieselbe Leidenschaft teilen. Es werden aber nicht nur Leute, die sich exzessiv mit der japanischen Populärkultur beschäftigen, als Otakus bezeichnet, sondern alle Personen, die ein Medienphänomen, was auch immer es sei, zum Gegenstand ihres Alltags machen. So ist beispielsweise auch die Rede von „Train Otakus“ oder solchen, die sich mit dem Bau von Modellflugzeugen beschäftigen. Otakus als neue Lebensform des medialen Zeitalters? weiterlesen

Fujoshi – die Erscheinung weiblicher Otakus

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Fujoshi-Equipment. Flickr cc, girlinblack

Heutzutage gibt es immer mehr Bücher und Artikel über die otaku-Kultur Japans. Anfangs hatten otakus in Japan ein eher negatives Image und galten als die komischen Außenseiter. Seitdem in Europa und Amerika jedoch die japanischen Animes und Spiele immer mehr Ansehen gewinnen und otakus eher respektiert als verhöhnt werden, hat sich auch ihre Stellung in der japanischen Gesellschaft in den letzten Jahren verbessert. Es gibt einen riesigen Markt für otakus (Manga, Anime, Spiele, Figuren etc.) und darüber hinaus konsumieren sie nicht nur, sondern produzieren zum Beispiel auch dōjinshi 同人誌 (von Fans produzierte Manga), die zahlreich im Internet zu finden sind. Das Interesse der Allgemeinheit und Forscher an otakus wird deswegen immer größer und es gibt bereits zahlreiche Diskurse zu diesem Thema. In diesen Diskursen werden jedoch hauptsächlich Männer untersucht. Alleine das Wort otaku lässt an einen männlichen Fan denken, als ob Frauen sich nicht in demselben Maße für Manga und Anime interessieren würden. Allerdings ist in den letzten Jahren der Begriff fujoshi unter weiblichen Fans aufgetaucht und hat sich immer weiter verbreitet, aber was hat es damit auf sich? Fujoshi – die Erscheinung weiblicher Otakus weiterlesen

Character-volle Lektüre

otaku_buecherEndlos zirkulierende Katzenöhrchen, Kopieren von Kopien, die Liebe zu niedlichen Mädchenfiguren: Gestern war unser Thema die Database-Theorie von Azuma Hiroki, die den Konsum (und auch die daraus folgende kreative Eigenproduktion) von Otaku erklären soll. Da es hier auf Popyura schon eine Zusammenfassung von Azumas Thesen und einen Artikel über Moe gibt, stelle ich hier nun zwei recht neue Bücher vor, die zum Thema Otaku und Moe auf dem Markt sind.  Character-volle Lektüre weiterlesen

Kuragehime- eine Geschichte über Otaku und andere schräge Vögel

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Kuragehime-Cosplayer, Flickr cc,
Vincent Diamante

Um nochmal zu einem Thema vom Anfang unseres Seminars zurück zu kommen, die Otaku, möchte ich euch in diesem Artikel den Manga Kuragehime (海月姫), zu Deutsch „Quallenprinzessin“, von Akiko Higashimura vorstellen.

Einige von euch kennen den Manga vielleicht schon, aber für diejenigen, die ihn nicht kennen, ist hier die Geschichte kurz zusammengefasst: Unser Hauptcharakter ist Tsukimi, ein schüchternes 18-jähriges Mädchen, das nach Tokio gezogen ist, in der Hoffnung Illustratorin zu werden. Die Motive ihrer Bilder: Quallen, Quallen und noch mehr Quallen, denn Tsukimi ist ein Quallen-Otaku. Zusammen mit fünf weiteren Bewohnern lebt sie im Amamizukan. Das besondere am Amamizukan ist, alle Bewohner dieses Hauses sind weiblich, Neets und allem voran Otaku. Ihre Wohngemeinschaft nennt sich selbst die „Amars“ (Deutsch: „Nonnen“), Männer und stylische Leute sind hier nicht willkommen.
Die Geschichte nimmt ihren Lauf als Tsukimi, bei dem Versuch die Qualle Klara aus einem Aquariengeschäft zu retten, Hilfe von Kuranosuke erhält. „Sie“ ist zu Tsukimis Entsetzen nicht nur hübsch und unglaublich stylisch, sondern, wie sie bald feststellen muss, auch männlich. Kuragehime- eine Geschichte über Otaku und andere schräge Vögel weiterlesen

Winter Comiket @ Tokyo Big Sight

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Tokyo Big Sight

​​Vor zwei Wochen habe ich die Winter-Comiket in Tokyo besucht, und möchte die ​Gelegenheit nutzen, um ​diese wohl bekannteste Messe Japans für Anime, Manga, etc., kurz vorzustellen.

 Comic Market, auch als Comiket bekannt, ist die größte und populärste Messe ihrer Art. Sie findet über je drei Tage im Sommer und Winter im Tokyo Big Sight in Odaiba statt, in denen sie über 500.000 Besucher anzieht ​, darunter mehr Frauen als Männer. Der Eintritt ist kostenlos, es wird aber empfohlen, den Katalog zu kaufen (2.000 Yen bei Direktkauf).

Die Winter-Messe 2013 hieß Comic Market 85, kurz C85. Winter Comiket @ Tokyo Big Sight weiterlesen

Eine musikalische Präsentation des Fangirl

Hierüber bin ich gestolpert und dachte mir, dass es ganz passend eigentlich zu dem Inhalt, den wir über die Wochen im Unterricht besprochen haben, ist. Mehr von der Band Leetstreet Boys kann man sich hier anschauen. Ich selber hab es noch nicht getan, von daher weiß ich nicht was die Band sonst noch zu bieten hat.

„Manga-Morde“: Pathologisierung von Fanpraxis

Es ist schon wieder ein paar Tage her, dennoch lohnt sich ein nachträglicher Blick auf einen Mordfall unter Jugendlichen in Deutschland und die dazugehörige Berichterstattung. Das tragische Ereignis wurde von der Presse mit dem Label „Manga-Morde“ versehen, weil Täter und Opfer Fans japanischer Populärkultur waren. Diese Pathologisierung von Fanpraxis erinnert an die „Otaku-Morde“ im Japan der 1980er Jahre, wo ebenfalls der Anime-Konsum des Täters als Erklärungsmodell herhalten musste. Näheres über den aktuellen Mordfall und die Berichterstattung kann man hier erfahren.

A-chan und die Database

acchanDas ist A-chan, ein leidenschaftlicher Fan japanischer Populärkultur. In unserer Sitzung gestern ging es darum, wie genau A-chan konsumiert. Eine Erklärung lieferte uns die „Database-Theorie“ aus Azuma Hirokis Werk Otaku: Japan’s Database Animals (englische Übersetzung 2009, Original: 動物化するポストモダン―オタクから見た日本社会, 2001). A-chan und die Database weiterlesen

Gorillas, Hikikomori und ein Shôgun in Unterhosen? Yep, das muss Gintama sein.

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Flickr cc, japan_style

Wir schreiben das 19. Jahrhundert. Ganz Japan ist von Aliens belagert. Ganz Japan? Nein! In Kabuki-Chô, einem Vergnügungsviertel der Hauptstadt Edo, gibt es einen Mann, der den Geist der Samurai noch immer in sich trägt – bewaffnet mit einem Holzschwert und jeder Menge Erdbeermilch.

Moment. War das nicht irgendwie ein wenig anders? Eigentlich schon, und dann doch irgendwie nicht. Der erfolgreiche (und seit 2006 mit mittlerweile mehr als 200 Folgen auch als Anime vertretene) Manga Gintama beschreibt eine alternative Welt, die ungefähr in der Zeit gegen Ende des Tokugawa-Shogunats anzusiedeln ist. Auch hier landen schwarze Schiffe in den japanischen Häfen und stellen das Leben der ansässigen Bürger auf den Kopf – allerdings handelt es sich hierbei um Raumschiffe, und die Besatzung besteht nicht aus Amerikanern, sondern waschechten Außerirdischen, auch Amanto genannt. Klingt gewöhnungsbedürftig, doch dahinter verbirgt sich weitaus mehr, als man vielleicht zuerst vermuten würde.

Gorillas, Hikikomori und ein Shôgun in Unterhosen? Yep, das muss Gintama sein. weiterlesen