Trend aus Japan – Kaffeetrinken in schnurrender Gesellschaft

nekorobi
Flickr cc, Takashi Hososhima

Was darf es neben einem Stücken Kuchen und einer heißen Schokolade sein?

Vielleicht der verschmuste Gizmo? Oder doch lieber die verspielte Miezie?

Der Traum eines jeden Katzen – und Caféfreundes wird wahr: Katzencafés bieten neben dem bisherigen gemütlichen Schmausen im Café nun auch das Schmusen mit den vierbeinigen Fellknäulen an. Ein beliebter Trend aus Japan, der nun immer mehr Anklang in der westlichen Welt findet und sich dementsprechend in den verschiedensten Metropolen wie beispielsweise Wien, London, Paris, Berlin oder München zu etablieren beginnt.

 

Allgemeines

Bei den Katzencafé handelt es sich um Themencafés, in welchen man in der Gesellschaft von Katzen Kuchen und Kaffee, so wie weitere Snacks und Mahlzeiten genießen kann. Hierbei zahlt der Kunde einen Eintrittspreis, bzw. eine stündliche Gebühr für die er sich im Gegenzug eine Katze auswählen darf, mit der er seinen Aufenthalt verbringt. Um die Auswahl des Kunden zu erleichtern, wird der Name, das Alter und der Charakter der Katzen auf Speisekarten oder anderen Plakaten vorgestellt. Neben den allgemeinen Katzencafés, gibt es zu dem weitere Arten von Katzencafés, die sich auf verschiedene Katzentypen (wie z.B. schwarze Katzen, seltene Katzenrassen, ehemalige streunende Katzen oder fette Katzen) spezialisieren. Die Inhaber müssen strikten Bedingungen und Regulierungen von Tierschutzrechten und Hygieneregeln folgen, sowie eine Lizenz besitzen, für die meist eine Prüfung beim Amtstierarzt abgelegt werden muss.

Geschichte

Auch wenn man es nicht unbedingt vermutet – hat das erste Katzencafé seinen Ursprung nicht in Japan, sondern in Taiwan, wo es 1998 in Taipei eröffnet wurde. Neben vielen heimischen Besuchern eroberte das Konzept des Schmusetiger-Cafés vor allem auch das Interesse der japanischen Touristen, worauf 2005 das erste Katze Cafe, mit dem Namen ,,猫の店 Neko no Mise“, in Tokio von Norimasa Handa eröffnet wurde. Seit dem etablierten sich aufgrund der zunehmenden Popularität der Cafés, weitere 38 Cafés in Japan.

Konzept/Idee

Die Popularität der Katzencafés ist (vor allem in Japan) darauf zurückzuführen, dass viele Wohnungsbesitzer entweder keinen Platz, oder keine Zeit für eine Katze haben bzw. es ihnen verboten ist diese in der Wohnung zu halten. Die Katzencafés bieten somit eine Möglichkeit Katzenfreunden, die mit dieser Problematik konfrontiert sind, die behagliche Gesellschaft von Katzen zu gewährleisten. Doch auch allgemein soll in dem Cafés ein entspanntes und stressfreies Umfeld, in dem die spezielle Bindung zwischen Tier und Mensch verengt werden soll, geboten werden. Neben dieser therapeutischen Wirkung steht jedoch vor allem das Wohlergehen der Schmusetiger im Vordergrund. So werden diesen, um unnötigen Stress und ungewollte Aufmerksamkeit zu verhindern, separate Räume und weitere Rückzugsmöglichkeiten geboten. In diesem Sinne wird in vielen Cafés auch auf die Vermittlung von Tierschutzthemen Wert gelegt, sodass sich die Besucher direkt vor Ort informieren können. Zusätzlich entstammen die auserwählten Katzen meist Tierheimen und finden somit in den Cafés ein neues Zuhause, in dem sie sich wohlfühlen und mit Menschen interagieren können. Bei der Auswahl der Katzen wird vor allem deren Charakter berücksichtigt, damit nur geeignete Katzen ihren Weg in das Cafe finden. Diese sollten unter anderem  ausgeglichen, lärm- und stressresistent, häuslich, sowie menschenfreundlich sein. Des Weiteren werden in vereinzelten Cafés Lesungen zum Thema Katze gehalten und verschiedene Artikel rund um das Thema Katze zum Verkauf angeboten.

Katzencafés in Deutschland

Wer hierzulande den Zauber des schnurrenden Trends aus Japan haut nah erleben möchte, kommt in Berlin und auch in München auf seine Kosten. Das am 1. August 2013 in Berlin eröffnete  ,,Pee Pees Katzencafé“ soll ein Austauschtreffpunkt für alle interessierten Gäste darstellen, in dem Kunst und Kultur ebenfalls nicht zu kurz kommen sollen. Das Katzencafé unterstützt den Verein Katzen-in-Not-Berlin e.V. finanziell und wählt aus diesem ebenfalls seine Katzen aus. Der ,,Katzentempel“ in München stellt ein weiteres Katzencafé in Deutschland dar, wobei auch hier insbesondere auf den Tierschutz aufmerksam gemacht wird.

 

Quellen:

http://www.cafe-katzentempel.de/

http://www.trendhunter.com/trends/the-cat-cafe-neko-no-mise

http://www.cnbc.com/id/101199175

http://www.focus.de/reisen/oesterreich/erstes-katzencafe-eroeffnet-miezen-streicheln-zum-milchkaffee_aid_749153.html

https://www.facebook.com/pages/Pee-Pees-Katzencaf%C3%A9/252160024909000?id=252160024909000&sk=info

http://www.nekorobi.jp/

http://www.catcafe.jp/

 

 

9 Gedanken zu „Trend aus Japan – Kaffeetrinken in schnurrender Gesellschaft

  1. Vielen Dank für den interessanten Artikel! Ich habe so ein Café auch schon in Akihabara gesehen, bin dann aber doch nicht hineingegangen 😉

    Dass es in Deutschland jetzt auch schon Katzen-Cafés gibt, habe ich nicht gewusst. Das Konzept scheint aber auch ein kleines bisschen anders zu sein, zumindest habe ich nicht den Eindruck, dass die Katzen so sehr im Mittelpunkt stehen wie in den japanischen Geschäften. Dort zahlt man ja sogar Eintritt und alles ist ein wenig eingerichtet wie ein Wohnzimmer, damit man sich da ganz wie mit einer eigenen Katze gemütlich hinsetzen kann. Ich glaube, da sind auch schon ganz schön viele Katzen auf recht kleinem Raum, ich bezweifle, dass das in Deutschland genauso möglich wäre…

    Ich stelle es mir jedenfalls spannend vor, zu diesem Thema Feldforschung zu machen bzw. Menschen zu interviewen, die regelmäßig in ein solches Katzen-Café gehen.

  2. Wow, ich kannte ja schon viele Arten von ausgefallenen Cafés, aber das war mir neu. Ein spannender Beitrag! Ich fand deinen Text gut zu lesen und sehr flüssig geschrieben – da bekommt man direkt selber Lust, sich mal ein wenig genauer mit dem Thema auseinanderzusetzen 😉

  3. Sehr interessanter und lustiger Beitrag.
    Ich wusste ja das es vieles mit Katzen gibt, aber ein Café ist mir neu.
    Würde mal gerne nach Berlin fahren um das selber zu sehen.
    Ist sicher eine lustige Erfahrung.

  4. Schön geschriebener Artikel, da bekomme ich auch gleich Lust, auch noch einmal ein Neko Café zu besuchen.
    Ich denke nur, dass es leider in der Realität nicht in allen Fällen ganz so positiv aussieht wie in dem Artikel beschrieben, das Neko Café das ich in Japan besucht habe, war eher ein etwas heruntergekommenes Zimmerchen mit vielen Katzen als ein „Café“.
    Also nicht, dass sie Tiere selbst einen unglücklichen Eindruck gemacht hätten, aber ich kann mir vorstellen, dass es auch Cafés gibt, die nicht so stark kontrolliert werden und bei denen nicht alles 100% artgerecht zugeht.
    Jedoch ist es ein tolles Konzept, bei denen sowohl ausgesetzte, bzw. ins Tierheim gegebene Katzen, als auch Katzenliebhaber profitieren, die kein eigenes Tier halten können.

  5. Woah, ein Traum wird wahr! Als jemand, der Katzen liebt, aber natürlich keine in der Wohnung haben darf, finde ich das natürlich wirklich toll. Zwar kann man von hier aus nicht einfach so in eines dieser Cafés gehen (schön wär’s!), aber alleine, dass es sowas gibt – und es da auch stark um das Wohl der Katzen geht – ist echt toll.
    Dass es ziemlich seltsame Themen-Cafés in Japan gibt, ist ja ziemlich bekannt, aber von einem Katzen-Café höre ich heute auch zum ersten Mal. Immer wieder interesssant, was sich die Japaner so ausdenken und die Europäer dann auch noch adaptieren ;D

  6. Ein wirklich schöner und vor allem süßer Artikel. Ich finde gut, dass du dieses Thema aufgegriffen hast, da solche Cafés außerhalb Japans anscheinend nicht allzu populär zu sein scheinen. Überraschend fand ich die Tatsache, dass es in Deutschland wirklich schon zwei solcher Cafés zu geben scheint. Natürlich wird sich der Besuch in einen von diesen Cafés schon von einem Besuch in einem originalen Katzencafé in Japan unterscheiden, allerdings bieten sie trotzdem eine schöne Alternative. Also wenn es hier in Deutschland in meiner Nähe solch ein Café geben würde, wäre ich sicherlich einer der ersten Besucher dort. Ich fände es wirklich erfreulich, wenn die Katzencafés außerhalb Japans mehr an Popularität gewinnen würden. Schließlich gibt es auch außerhalb Japans viele Menschen die zu gerne eine Katze halten würden, aber dies aus zeitlichen und finanziellen Gründen oder aufgrund von Problemen mit den Vermietern nicht können. Natürlich kann ich mir vorstellen, dass die Tierhaltung in Japan um einiges problematischer als in Deutschland ist, aber nichtsdestotrotz höre ich immer wieder von Freunden wie gerne sie eine Katze hätten, aber diese einfach nicht halten können, weshalb Katzencafés auch hier in Deutschland eine gute Alternative wären. Aber nicht nur solche Personen, sondern auch Menschen die bereits glückliche Besitzer einer Katze sind, könnten von den Katzencafés profitieren. Denn als Besuch muss man sich weder um die Versorgung, noch um die Pflege der Tiere kümmern, zudem scheinen Katzen, wie du schon beschrieben hast, ja eine Art therapeutische Wirkung zu haben und können zum Stressabbau durchaus von Vorteil sein. Ich fände es schön nach einem anstrengenden Tag durch die Gesellschaft dieser kuschligen Tiere ein bisschen Stress abbauen zu können.

  7. Ein sehr interessanter Eintrag. Letztens habe ich bereits einen informativen Artikel in der Rheinischen Post bezüglich Katzencafés gelesen: Vor Kurzem wurde das erste Katzencafé in Nordrhein-Westfalen eröffnet. Es heißt „Schnurrke“ und befindet sich in Köln. Hier der passende Link, für alle Interessierten:

  8. Ein sehr interessanter Artikel 🙂
    Allerdings habe ich einmal gehört, dass es in Japan mittlerweile auch schon so genannte „Eulen Cafés“ gibt. Leider kann ich mich nicht mehr daran erinnern, wo es so ein Café geben soll.

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