Nagano: Wie man immer noch von den Winterspielen profitieren kann

Von Man-Yin Hau

Flickr, CC  jamesjustin

Die Präfektur Nagano befindet sich in der Region Chubu auf Honshu, die Hauptinsel Japans, und ist von allen Seiten von Bergen umgeben, die eine Höhe von etwa 3000 Metern erfassen. Ihre Hauptstadt trägt ebenfalls den Namen der Präfektur und ist Sitz der Präfekturverwaltung. Normalerweise, wenn man sich eine Reise nach Japan vornimmt, sind die ersten Orte die man besuchen möchte Tokyo, Osaka, Kyoto usw. Nagano fällt da eher aus dem Rahmen, allerdings hat diese Präfektur viel zu bieten, was vor allem die Lage möglich macht. Dadurch, dass sie zwischen der Kanto- und der Kansai-Region liegt, kann sie sowohl von Kultureinflüsse vom Westen als auch vom Osten Japans profitieren. Durch die olympischen Winterspiele 1998 in Nagano, erhielt die Präfektur internationale Aufmerksamkeit. Neben der schneeweißen Landschaft, die für Wintersport gut geeignet ist, ist Nagano auch für Onsen bekannt. Von lustigen Postkarten, über Bilder und Berichte aus Informations- und Reise- Websites wird man immer auf eines im Nagano aufmerksam gemacht; auf die heißen Onsen und vor allem, dem „Affenpark“, Jigokudani, wo man buchstäblich mit den Affen badet. Aber auch Menschen die nicht so sportaffin sind, können in Nagano auf ihre Kosten kommen, denn die einzelnen Gemeinden haben auch viel historisches und kulturelles vorzuweisen; zum Beispiel das Schloss Matsumoto, welches Anfang des 16. Jahrhunderts erbaut wurde. Es ist eine größtenteils aus Holz-Erbaute, fünfstöckige Burg deren schwarze Farbe einen einzigartigen Kontrast zur weißen Landschaft bildet. Das Schloss gilt als eines der Nationalschätze Japans.

Auch Karuizawa ist ein sehr beliebtes Reiseziel. Der Ort gilt sogar als einer der meistbeliebten Urlaubsorte in ganz Japan. Wenn man daran interessiert ist, sich ein weiteres Nationalgut anzusehen, kann man in die Hauptstadt fahren und den Zenkoji-Tempel besichtigen. Er ist im 7. Jahrhundert erbaut worden und in ihm befindet sich eine Buddhastatue die im Jahre 552 nach Japan gebracht wurde. Eine weitere kulinarische Attraktion sind die soba-Nudeln. Besucht man die Präfektur Nagano, so sind die Nudeln, aber auch Äpfel, Sake, oder oyaki-Teigtaschen ein Muss für jeden Reisenden. Wenn man sich immer mal gefragt hat, wie es wohl damals in der Edo-Zeit ausgesehen hat ist die historische Stadt Tsumago genau das Richtige. Die Gebäude dort wurden gezielt und aufwendig restauriert, um den Geist der Edo-Zeit wieder auferstehen zu lassen. Damals war Tsumago eine prosperierende Stadt, da die Nakasendo-Route damals Tokyo und Kyoto verband. Mit der Meiji-Restauration wurde diese Route aber vernachlässigt, da die aufkommende Eisenbahn diese ersetzte. Heute kann man je nach Wetterbedingung einige alte Gebäude besichtigen und die Atmosphäre der Edo-Zeit auf sich wirken lassen.

Ein neueres Ereignis, das Nagano für sich nutzen kann, sind die Olympischen Winterspiele von 1998. Noch immer hat das damalige Event einen langfristigen Eindruck hinterlassen und kann Menschen innerhalb und außerhalb Japans anlocken. Außerdem bemüht sich die Präfektur, dass die Winterspiele nicht in Vergessenheit geraten. Damit die Olympischen Spiele damals überhaupt stattfinden konnten, mussten einige Infrastrukturprojekte ins Leben gerufen werden. Da sie extra nur dafür errichtet wurden, konnte man diese in Museen umwandeln. So ein Beispiel wäre etwa das „M-Wave“. In diesem werden vor allem Gegenstände ausgestellt, die während der Winterspiele benutzt wurden, wie zum Beispiel die Fackel, welches ein wichtiges Symbol für die Eröffnungszeremonie Olympischer Spiele ist. Man kann sich auch Bilder von den Sportlern in Aktion ansehen, und die Leidenschaft, die sie ausstrahlen, auf sich wirken lassen. Wem das noch nicht genug ist, kann die hauseigene Eislaufbahn während der Winterzeit nutzen. Im Sommer werden in diesem Gebäude auch musikalische und kulturelle Events abgehalten. Natürlich hat das Museum auch einen Souvenir-Shop der sich rund um das Thema „Winterspiele“ dreht.

Ein weiteres Objekt, das sich „umwandeln“ ließ, war das Olympiastadion. Daraus konnte man ein Sportcenter errichten, welches dann umbenannt wurde in „Minami Nagano Sports Park“. Das ist ein Park, in dem man mehrere Sportarten betreiben kann. So kann man zum Beispiel einen Schwimm- und Fitnessbereich vorfinden. Primär wird das damalige Stadion aber wohl für den Fußballsport genutzt. Worauf man achten sollte, wenn man den Sportpark betritt, ist der „große Kessel“, der sich direkt vor dem Gebäude befindet. Das war der Kessel, in dem das Feuer zur Eröffnungszeremonie entfacht wurde. Dieser wird nun stolz präsentiert und nicht nur das; die Namen der Teilnehmer und Nationen, die 1998 eine Medaille davontragen durften, sind auf den Platten, auf dem das Werk steht, eingemeißelt.

Es gibt mehrere Gebäude dieser Art, die extra für die Winterspiele erbaut wurden und vermutlich zu „Ruinen“ oder ungenutzte Sportstätten geworden wären, wenn sich Nagano nicht dafür entschieden hätte, in diese zu investieren, und sie zu Attraktionen für Touristen zu machen. Durch die baldigen Olympischen Spiele im Jahr 2020, die in Tokyo stattfinden, werden die Erinnerungen an die Winterspiele 1998 wieder zurückgerufen, unter anderem, weil Medien über ähnliche Events berichten werden.

Quellen
http://www.go-nagano.net/about
https://www.japan-experience.de/stadt-nagano
http://yamasa.org/japan/english/destinations/nagano/index.html
https://www.jnto.go.jp/eng/regional/nagano/
https://www.japanhoppers.com/de/chubu/kiso/kanko/902/
http://www.japan-guide.com/e/e6002.html
http://www.nagano-mwave.co.jp/m_wave/language/en.php

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