Musik-Tourismus in Fukuoka

Von Svenja Lütz

Flickr cc, jpellgen

Die Präfektur Fukuoka (福岡県 – Fukuoka-ken) liegt im Südosten des Landes auf der Insel Kyûshû. Verwaltungssitz der Präfektur ist die gleichnamige Stadt Fukuoka (福岡市 – Fukuoka-shi), welche direkt am Meer liegt, so wie ein großer Teil der gesamten Präfektur. Die Präfektur bietet für Touristen viele Möglichkeiten, die Kultur, Geschichte und Natur Japans kennenzulernen. Einige Beispiele wären der Shinto-Schrein in Dazaifu, die Ruinen des Akizuki-Castle mit den 300 Kirschbäumen, die im Frühling aufblühen oder das Ozuka-Grab, welches wie ein Schlüsselloch aussieht und im 6. Jahrhundert errichtet worden ist. Aber auch Touristen, die ihre Freizeit gerne mit Shoppen verbringen, kommen nicht zu kurz. Die Kanalstadt Hakata, ein Stadtteil von Fukuoka, lädt mit vielen Läden zum Geldausgeben ein. Um einen entspannten Tag am Strand verbringen zu können, lädt Momochi-Beach in Fukuoka ein. Dort steht auch der Fukuoka Tower, von welchem man eine gute Aussicht über die ganze Stadt hat.

1978 wurde in Fukuoka-shi auch eine der berühmtesten und erfolgreichsten J-Pop-Sängerinnen Japans geboren – Hamasaki Ayumi (浜崎 あゆみ). Sie zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass sie ihre Liedtexte selber schreibt und sich nicht von der japanischen Musikindustrie hat verändern lassen. Das hat auch dazu beigetragen, dass ihre Bekanntheit sich von Fukuoka, über Japan bis in viele Teile Asiens verbreitet hat. Deswegen wird sie auch mit dem Titel „Kaiserin des J-Pop“ bezeichnet. Heute ist sie auch außerhalb Asiens bekannt und eine der erfolgreichsten Sängerinnen im asiatischen Raum. Auf Facebook hat Ayumi über eine halbe Millionen Follower, auf Instagram um die 800.000 und auf Twitter folgen ihr sogar etwa 1 Million Menschen.


„Ayu“, wie sie liebevoll von ihren Fans genannt wird, ist zu ihrem Sängerdasein auch noch Schauspielerin. Insgesamt spielte sie in neun Filmen mit, in unzähligen Werbespots, vor allem Anfang der 2000er, bei denen im Hintergrund ihre eigenen Lieder liefen. Dadurch machte sie nicht nur Werbung für das Produkt, sondern konnte sich gleichzeitig auch selber vermarkten. Sie ist eine Expertin auf diesem Gebiet und hat schon einige Auszeichnungen, nicht nur im Bereich Musik, gewonnen. Darunter wurde auch ihr „bizarrer“ Look ausgezeichnet, der Vorbild für viele Fans war.

Seit nunmehr fast 18 Jahren singt Hamasaki Ayumi nun auf nationalen und internationalen Bühnen und denkt noch lange nicht dran aufzuhören. Bis Oktober ist sie dieses Jahr in ganz Japan auf Tour, dabei sind zwei Stopps in ihrer Heimatstadt Fukuoka. Durch sie hat die Stadt einen höheren Grad an Bekanntheit erlangt, denn all ihre Fans wollen natürlich wissen, wo sie herkommt, was für eine Stadt und Umgebung Fukuoka ist. In Fukuoka selber wird auch Werbung für sie gemacht. Wenn sie ein neues Album/ Single rausbringt, wird in allen Läden dafür geworben. Man ist schließlich stolz auf diese Berühmtheit, die aus Fukuoka stammt.

In Japan gibt es den sogenannten Idol-Kult. Dieser existiert bereits seit den 1970er Jahren. Idols sind meistens gutaussehende, junge Frauen, die oft kaum etwas können müssen, jedoch für kurze oder längere Zeit von ihren Fans angehimmelt werden. Zunächst nur in Japan, erlangten dann auch japanische Stars im Ausland Berühmtheit. Heute werden auch sehr viele junge Männer von ihren zu mehr als 95% aus Frauen bestehenden Fans verehrt. Sie sind Werbeflächen für Markenhäuser, bekannte Firmen oder ähnliches und verdienen unter anderem damit auch ihr Geld. So auch Ayumi. Sie wird deshalb auch als „Idol“ bezeichnet, da viele ihrer Fans, damals Mädchen im Teenager-Alter, heute selber erwachsen, ihr nacheifern (Mode, Musik, Essen, etc) umso sein zu können, wie sie. Das schließt auch ein, in die Heimatstadt zu reisen, eventuell das „gleiche“ Essen zu essen, die „gleichen“ Anziehsachen zu tragen und, und, und. Das kommt natürlich dem Tourismus in Fukuoka zu Gute. Vor allem Modehäuser, die mit Ayumi Hamasaki werben, profitieren von ihrer Bekanntheit. Alles, was Ayu trägt oder wofür sie auch nur ansatzweise Werbung macht, wird von ihren Fans gekauft. Sie hat ihre eigene Modellinie, die sich sowohl auf ihrer Fanpage als auch in den Kaufhäusern, trotz ihres teils hohen Preises, gut verkaufen. Darunter sind zum Beispiel T-Shirts, Hosen oder Schlüsselanhänger und noch viel mehr.

Hamasaki Ayumi hat nicht nur Japan und der J-Pop-Kultur zu mehr Berühmtheit verholfen, sondern auch Fukuoka, wo viel Werbung mit Hamasaki Ayumi gemacht wird.
Zum einen gibt es in Fukuoka ein Restaurant namens „Yatai Ramen“, in welchem Hamasaki öfters essen soll. Natürlich wollen ihre Fans sich das nicht entgehen lassen und kehren dort natürlich, wenn sie in Fukuoka sind, ein, um etwas mit ihr „teilen“ zu können.
Zum anderen gibt es in ganz Japan Spielhallen (sowohl für nur Erwachsene als auch für Jugendliche). Dort findet man mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit einen sogenannten Pachinko-Automaten, ein Spielautomat, bei dem man Geld gewinnen kann und der dazu noch sehr viel „Lärm“ macht. Die haben viele verschiedene Mottos, mit Anime-Charakteren oder auch Idols. Darunter ist auch Hamasaki Ayumi. Die Automaten mit ihr gibt es in ganz Japan, aber besonders viele gibt es in ihrer Heimatstadt Fukuoka.

Dieses Phänomen, dass Fans ihren Vorbildern hinterherreisen, zu all ihren Konzerten gehen, alles kaufen, was dieser Star selbst hat, selbst verkauft oder Werbung für macht, gibt es nicht nur in Japan. Überall auf der Welt gibt es Stars, die solche Fans haben, die überall dabei zu sein scheinen. Dies nennt man „Music Tourism“ und existiert schon seit einigen Jahrzehnten und es ist nicht absehbar, ob sich dieser Hype in naher Zukunft legen wird.

Quellen
http://www.pref.fukuoka.lg.jp/somu/multilingual/english/sight/fukuoka-sights.html
http://www.fukuoka-now.com/en/food/archive/
http://www.youtube.com/watch?v=Bp5AdFoSXjo/
http://www.cafepress.com/+ayumi-hamasaki+clothing
http://avex.jp/ayu/goods/index.php
http://p-tora.com/kyusyu/machine/detail.html?no=4166
https://tabelog.com/fukuoka/A4001/A400103/40003325/dtlrvwlst/B111524488/

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