„Last Friends“ – dorama mit Drama

faden
Flickr cc, Lukasz Duleba

Da japanische dorama auch hierzulande immer beliebter werden, dachte ich mir, es lohnt sich, ein bestimmtes hier etwas näher vorzustellen. Ich habe mich für „Last Friends“ entschieden, da ich über dieses dorama im Moment auch eine Hausarbeit schreibe und mich deswegen bereits schon intensiver damit beschäftigt habe.

Die Serie dreht sich um fünf Freunde, die zusammen in einem Share-House leben. Jeder von ihnen hat seine ganz eigenen Probleme, die sich im weitesten Sinne alle um das Thema „Liebe“ drehen.

Zunächst möchte ich hier also erst einmal die Protagonisten vorstellen:

Kishimoto Ruka (gespielt von Ueno Juri)

Ruka hat ein sehr unfeminines Auftreten: kurze Haare, trägt nur Hosen und ihr größtes Hobby ist Motocross. Das kommt nicht von ungefähr, denn sie hat ein Geheimnis, das sie niemandem anvertrauen kann. Schon seit ihrer Kindheit fühlt sie, dass sie im falschen Körper geboren wurde. Da sie glaubt, alle Menschen, die von ihrem wahren Ich erfahren, werden sie abstoßen, hat sie sich noch nie jemandem anvertraut. Ein weiteres Geheimnis, das sie in sie trägt, ist die Liebe zu ihrer besten Freundin Aida Michiru.

Aida Michiru (gespielt von Nagasawa Masami)

Michiru ist die eben erwähnte beste Freundin von Ruka. Die beiden kennen sich schon seit Schulzeiten, hatten aber vier Jahre lang keinen Kontakt, weil Michiru aus Tokyo weggezogen ist. Ruka bietet ihr an, auch ins Share-House einzuziehen, aber Michiru hat beschlossen mit ihrem Freund Oikawa Sôsuke zusammen zu ziehen und lehnt daher zunächst ab. Als sie aber mehr und mehr von ihrem Freund körperlich misshandelt wird, entscheidet sie sich, doch ins Share-House zu ziehen.

Oikawa Sôsuke (gespielt von Nishikido Ryô)

Sôsuke ist kein Bewohner des Share-Houses, spielt aber ebenfalls eine wichtige Rolle und wird daher hier als Protagonist erwähnt. Er ist der Freund von Michiru, mit dem sie zu Beginn der Serie zusammenzieht. Anfangs wirkt er wie der perfekte Bilderbuch-Freund, es stellt sich jedoch schnell heraus, dass er seine Eifersucht nicht im Griff hat und Michiru immer wieder schlägt beziehungsweise anders körperlich misshandelt. Stellenweise wird er auch Michrus Freunden gegenüber handgreiflich.

Mizushima Takeru (gespielt von Nagayama Eita)

Takeru ist Stylist, Barkeeper und ein Bekannter von Takigawa Eri, die schon zu Beginn der Serie mit Ruka im Share-House wohnt. Auch Takeru wird Bewohner des Share-Houses und eine wichtige Bezugsperson für Ruka, in die er sich schließlich auch verliebt. Er ist die gute Seele, auf die man sich immer verlassen kann und die immer für alle da ist.

Takigawa Eri (gespielt von Mizukawa Asami)

Eri wohnt zu Beginn der Serie mit Ruka alleine im Share-House. Sie ist Flugbegleiterin, findet allerdings nicht wirklich Anschluss bei ihren Arbeitskollegen. Sie nimmt ihr Liebesleben eher locker, da sie aufgehört hat an die ewige Liebe zu glauben. Im Laufe des dorama findet sie allerdings ziemlichen Gefallen an Ogurin, den sie schlussendlich sogar heiratet.

Ogura Tomohiko (gespielt von Yamazaki Shigenori)

Ogurin, wie er von allen genannt wird, ist ein Arbeitskollege von Eri. Seine Frau hat offensichtlich einen neuen Liebhaber, weswegen Ogurin sich nicht mehr nach Hause traut. Er erzählt Eri davon, woraufhin sie beschließt, ihn mit ins Share-House zu nehmen. Zunächst schafft er es nicht, sich endgültig von seiner Frau zu trennen, am Ende erkennt er jedoch, dass seine Gefühle für Eri stärker sind und die beiden schließlich sogar heiraten.

So viel also zu den Protagonisten. Als nächstes zum groben Handlungsverlauf und einigen Eckdaten zum dorama:

Michiru und Ruka treffen sich zufällig wieder, nachdem sie vier Jahre keinen Kontakt zueinander hatten. Sie beschließen, sich wieder öfter zu sehen und die alte Freundschaft wieder aufleben zu lassen. Ruka wohnt zu diesem Zeitpunkt bereits mit Eri zusammen im Share-House. und bietet Michiru an, ebenfalls einzuziehen. Diese hatte aber eben erst beschlossen, mit ihrem Freund Sôsuke zusammen zu ziehen und lehnt zunächst ab.

Der erste neue Mitbewohner im Share-House ist Ogurin, den Eri mitbringt, da dieser sich nicht mehr nach Hause zu seiner fremdgehenden Frau traut. Nachdem also jetzt schon ein Mann im Haus ist, ist Ruka auch damit einverstanden, dass Takeru einzieht. Takeru war schon einmal zu Besuch im Share-House und konnte sich gut vorstellen, auch dort zu leben.

Nachdem Michiru zunehmend von ihrem Freund misshandelt wird, kommt sie immer öfter ins Share-House um dort Schutz zu finden, bis sie schließlich ganz einzieht.

Die Idylle im Share-House täuscht jedoch, da immer wieder unschöne Zwischenfälle passieren, die meistens auf Michirus Freund Sôsuke zurückzuführen sind. Dieser hat seine Eifersucht nicht im Griff und versucht alles, um Michiru nur für sich zu haben. Dabei kommt es unter anderem zu schweren körperlichen Angriffen auf Takeru und öffentlichen Bloßstellungen von Ruka. Sôsuke durchschaut von Anfang an, dass Ruka in Michiru mehr als nur eine Freundin sieht, was sie zu seiner Feindin macht. Er schickt Briefe an Rukas Familie, in denen er behauptet, sie sei ein Mann gefangen im Körper einer Frau und damit ein Monster. Dieselben Briefe hängt er auch an Rukas Motocross-Trainingsplatz auf, woraufhin öffentliche Rumore entstehen.

Damit von hier an nicht noch mehr gespoilert wird, ist nur noch so viel zu sagen, dass es spannend bleibt, dass es immer wieder überraschende Wendungen gibt und auch ein Happy End, das Gänsehaut verursacht (bei mir zumindest 🙂 )!

Das dorama wurde 2008 in 11 Folgen ausgestrahlt. Mit durchschnittlich 17,7% Einschaltquotenin der Kantô-Region und einigen gewonnenen Preisen ist es damit als Erfolg anzusehen. Ein verdienter Erfolg, wie ich finde.

Das faszinierende an diesem dorama ist, dass es so lebensnah wirkt. Da man durch mehrere Monologe und Gedanken der Protagonisten direkte Einblick in deren Gefühlsleben erhält, kann man sich sehr gut in sie hinein versetzen, was es umso spannender macht, ihre Geschichte mitzuverfolgen.

Die Art und Weise, wie verschiedene Leben miteinander verknüpft werden, wie aus Fremden Freunde werden, aber auch wie sich einzelne Persönlichkeiten entwickeln, das alles lässt sich in diesem dorama entdecken. Vieles dreht sich hier um Gefühle, ohne dass es dabei allzu kitschig wird. Daher lässt sich sagen, trotz oder gerade wegen des ganzen Dramas ist „Last Friends“ ein wirklich gut gelungenes dorama.

1 http://wiki.d-addicts.com/Last_Friends

 

 

3 Gedanken zu „„Last Friends“ – dorama mit Drama

  1. Ich kenne mich mit japanischen dorama überhaupt nicht aus, deswegen war es interessant hier ein dorama vorgestellt zu bekommen. Ich finde du verrätst von der Serie gerade so viel, dass man sich eine Vorstellung machen kann von den Konflikten und man sich so fragt wie es weiter geht. Daher hast du mit diesem Artikel mein Interesse geweckt.
    Als du anfängst die Story zu beschreiben, habe ich am Anfang einen Teil übersprungen, weil dort nur Informationen wiederholt werden, die bereits bei den Charakterbeschreibungen stehen und somit noch präsent im Kopf sind. Ich finde, das musst du gar nicht alles noch mal wiederholen. Aber du gehst dort noch ein bißchen weiter auf die Story ein und verrätst dort auch nicht zu viel. Sprachlich finde ich hast du diesen Artikel flüssig geschrieben.

  2. Ich finde auch, dass das ein schön flüssig geschriebener Beitrag ist! Vor allem finde ich gut, dass Sie am Ende noch einmal zusammenfassen, was die Faszination des dorama für Sie ausmacht. Wie Frau Knorr hätte ich die Handlungszusammenfassung nach den Personenbeschreibungen gar nicht mehr gebraucht – man kann sich schon gut vorstellen, wie die Handlung sich im Zusammenleben der Protagonisten entfaltet.

    Wir haben übrigens die komplette DVD-Box von „Last Friends“ in der ULB!

  3. Vielen Dank für das Feedback! Beim nächsten Artikel werde ich ich ein bisschen mehr auf eventuell unnötige Wiederholungen achten und das vielleicht bei diesem Artikel nochmal korrigieren 🙂

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