Einen japanischen Horrorfilm selbst erleben? – F.E.A.R.

f.e.a.r
Flickr cc, Mohamad Hisyam Mohamad Saman

Ich möchte heute von einer meiner Lieblings-Videospielreihen berichten, und zwar trägt diese den Namen „F.E.A.R.“.

Die F.E.A.R.-Reihe besteht zur Zeit aus 3 Teilen, von denen der Erste 2005 für den PC erschienen ist. Der zweite Teil („F.E.A.R. 2: Project Origin“ folgte 4 Jahre später und zuletzt kam „F.3.A.R.“ im Jahre 2011 heraus. Entwickelt wurde sie von Monolith Productions und veröffentlicht von Vivendi Universial/Sierra. Es handelt sich um einen Egoshooter, das heißt, dass man aus der Egoperspektive handelt und Handlungen beobachten kann.

F.E.A.R. steht für First Encounter Assault Recon, was der Name einer Spezialeinheit ist, die im ersten Teil gegen eine Armee eingesetzt wird, die von einem gewissen Paxton Fettel durch Telepathie gesteuert wird.

Direkt zu Beginn wird jedoch die gesamte Spezialeinheit, bis auf den Spieler selbst, über den man keine genaueren Informationen wie zum Beispiel einen Namen hat, von einem mysteriösen, schwarzhaarigen Mädchen in einem roten Kleid getötet und man ist nun auf sich selbst gestellt, um sich gegen die Armee durchzusetzen.

 

Zunächst weiß man nicht, was es mit Paxton Fettel auf sich hat, doch nach und nach erfährt man, dass er der Bruder des Spielers ist und genau wie „wir“ paranormale Fähigkeiten hat, die von unserer Mutter Alma Wade vererbt wurden.

Alma Wade wurde als kleines Mädchen von ihrem Vater einem Labor für Forschungszwecke ausgeliefert, um eben diese übernatürlichen Fähigkeiten dort untersuchen zu lassen. Sie wurden jedoch ausgenutzt, um mit ihren Genen einen Menschen zu erschaffen, der seine telepathischen Kräfte für die Zwecke der sogenannten „Armacham Cooperation“ zur Verfügung stellen sollte.

Der Spieler war dabei sozusagen der erste Versuch, jedoch waren seine Mächte nicht ausreichend, weshalb mit Paxton Fettel ein neues Kind gegen Almas Willen gezeugt wurde, der sich jedoch, um Rache für seine Mutter zu nehmen, die in einer Kapsel festgehalten wird, gegen Armacham stellt.

Die telepathischen Fähigkeiten des Spielers äußern sich vor allem dadurch, dass man spezielle Vorteile im Kampf gegen die Soldaten hat, aber eben auch dadurch, dass immer wieder die kleine Alma in dem roten Kleid vor einem erscheint. Durch diese unheimlichen Visionen bekommt der Titel F.E.A.R. diese Doppeldeutigkeit (Fear = Angst).

Almas Charakter ist sehr stark an japanische Horrorfilme wie „The Ring“ oder „The Grudge“ angelehnt, in denen stets ein ähnlich aussehendes kleines Mädchen eine Rolle spielt, das sich für gewisse Gräueltaten rächen will. Der Unterschied hierzu ist lediglich jener, dass diese Mädchen in den meisten japanischen Horrorfilmen meist aus dem Jenseits stammen – also Geister sind – während Alma immer noch lebt und nur gefangen ist.

Auch die Inszenierung der Grusel- und Schockmomente orientiert sich deutlich an diesen Filmen. Beispielsweise werden Psychiatrien, Krankenhäuser oder alte, verlassene Häuser sehr gerne genutzt, um eine schaurige Atmosphäre aufzubauen.

In den darauffolgenden Teilen erfährt man immer mehr über die Machenschaften Armachams, Alma und ihre Kinder, während man selbst als Spieler so gut wie jedes „Klischee“ aus eben diesen japanischen Horrorfilmen durchlebt. Der Unterschied ist jedoch, dass man hier selber steuern muss und nicht nur eher unbeteiligt zuschaut.

Die F.E.A.R.-Reihe ist definitiv nichts für schwache Nerven und Menschen, die es nicht mögen, sich zu gruseln. Wenn man aber genau das gerne tut, dann kann ich vor allem für den zweiten Teil eine sehr große Empfehlung aussprechen, da er meiner Meinung nach die perfekte Balance zwischen grafischer Ansehnlichkeit, Shooter-Momenten und dem gewünschten Gruselfaktor hat.

Leider ist auch F.E.A.R. das passiert, was sehr vielen Videospielen passiert, die früher einmal als Horrorspiel galten und zwar ist der Shooting-Anteil im dritten und damit aktuell letzten Teil der Reihe für meinen Geschmack etwas zu groß geraten und der Grusel zu kurz gekommen.

Abschließend kann ich Liebhabern dieses Genres, die F.E.A.R. noch nicht gespielt haben, guten Gewissens raten, der Reihe eine Chance zu geben.

2012 ist die Geschichte von F.E.A.R. im Übrigen auch als Roman erschienen, für Diejenigen, die die Story vielleicht reizt, aber sich nicht für Videospiele begeistern können.

2 Gedanken zu „Einen japanischen Horrorfilm selbst erleben? – F.E.A.R.

  1. Der Bericht ist wirklich sehr interessant und die Story klingt echt gut. Du hast mich mit dem Artikel definitiv neugierig auf das Spiel gemacht, ich hab‘ jetzt richtig Lust bekommen, da einmal reinzuschauen. Vielen Dank. 🙂

  2. Vielen Dank auch von mir für den Artikel! Sie haben tolle Screenshots, die sehr schön die Atmosphäre des Spiels verdeutlichen. Auch finde ich gut, dass Sie auf die Parallelen zum J-Horror hingewiesen haben (die scheinen ja wirklich sehr groß zu sein). Auf den ersten Blick sieht das Setting für mich eher neutral/westlich aus – gibt es auch japanische Elemente? Project Zero zum Beispiel betont ja sehr eine „Japaneseness“ des Unheimlichen.

    Ihren Satzbau könnten Sie manchmal noch etwas weniger verschachtelt gestalten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.