Project Zero – ein Klassiker

fatal frame
Ein von „Project Zero“ inspiriertes Foto. Flickr cc, Jene Kirishima

Wer den typischen Horror leid ist und etwas Skurril-unterhaltsames sucht, wird bei diesem Spiel sicherlich nicht enttäuscht.

Eine bedrückende Atmosphäre, eine alte Villa, die Suche nach der eigenen Familie und… eine Kamera…Begeisterten Konsolenspielern ist der Titel „Project Zero“ sicherlich schon lange ein Begriff, da das Spiel des Herstellers „Tecmo“ bereits 2002 (und damit nicht mal ein ganzes Jahr nach dem Erscheinen auf dem japanischen Markt) auch in Europa veröffentlicht wurde und seitdem als ein Meilenstein im Genre des Survival Horrors gilt. Warum die amerikanischen Vertreiber den Namen in „Fatal Frame“ gewandelt haben, ist wohl jedem in der Szene ein Rätsel, das im Gegensatz zu denen, die ihnen im Spiel gestellt werden tatsächlich unlösbar ist und nicht nur manchmal so erscheint… Alle Europäer können die Spiele aber unter dem Titel „Project Zero“ finden, der sich immerhin stark an dem japanischen Originaltitel („零〜zero〜”) orientiert.

Aus „Project Zero“ wurde innerhalb von sieben Jahren eine Reihe aus vier Spielen, wobei allerdings der vierte Teil, der im Gegensatz zu seinen Vorgängern nicht für die Playstation erschien, keine Veröffentlichung außerhalb Japans bekam.

Trotz des Alters hat die Serie ihren unbestreitbaren Charme und überzeugt auch immer wieder neue Spieler.

Da auch ich selbst das Spiel, mit einer im Freundeskreis leicht ansteckenden Leidenschaft, gespielt habe, möchte ich hier eine kleine Empfehlung aussprechen und euch den Inhalt des ersten Teils zusammenfassen.

Es geht darum, dass man in der Rolle der jungen Miku Hinasaki auf der Suche nach dem verschollenen Bruder ist, der sich auf die Suche nach einem berühmten (aber ebenfalls verschollenen) Schriftsteller gemacht hatte, jedoch nicht wieder zurück gekehrt ist.          Wie es sich für ein junges Mädchen in diesem Genre eigentlich nicht gehört, hat man keine einzige Waffe, sondern – so belustigend es für viele im Zusammenhang mit einem japanischen Spiel erst einmal klingen mag – lediglich eine Kamera. Dass sich besagter Fotoapparat jedoch sehr von denen unterscheidet, die es im Elektrogeschäft um die Ecke gibt, lässt aber schon der Name „Kamera Obskura“ vermuten. Zudem ist das gute Teil ein Erbstück. Und so wird man im Folgenden auch als Spieler nicht enttäuscht, wenn man die Kamera als exorzistische Waffe gegen die kommenden Gegner einsetzen kann.

Doch noch einmal zum Anfang: Die junge Miku sucht ihren Bruder, dessen Suche diesen wiederum in eine verlassene Villa eines Großgrundbesitzers geführt hatte. So gelangt auch das Mädchen dorthin, wo der vom Bruder gesuchte Schriftsteller Spuren und Aufzeichnungen hinterlassen hatte, die auf eine unangenehm skurrile Vergangenheit des Hauses schließen lassen. Ahnungslos dem Bösen in der Villa entgegentretend, begibt sich die besorgte Miku auf Spurensuche.

Das Spiel hat eine Altersfreigabe ab 16 Jahren, doch wird auf eine extreme Darstellung von Gewalt verzichtet und lieber auf Atmosphäre und Schockmomente gesetzt. Zudem war das Spiel das erste des Genres, das Geister als Gegner bot.                                                                            Die Gegner werden typischerweise mit dem Spielverlauf immer Stärker, doch man hat die Möglichkeit seine Kamera zu entwickeln – die Filmarten, die in das Gerät eingelegt werden sind hierbei entscheidend.

Neben dem Spaß am Fotografieren der etwas anderen Art bietet das Spiel eine Reihe von Rätseln, die immer wieder neue Gebiete in der labyrinthähnlichen Villa freischalten.

Zwar bietet das Spiel keine verschiedenen Schwierigkeitsstufen zur Auswahl an, doch der von allen Gamern geliebte „Albtraum-Modus“ ist natürlich freischaltbar.

Die teils sehr gewöhnungsbedürftige Steuerung darf nicht verschwiegen werden, doch bei einem atmosphärisch so gut gestalteten Klassiker kann man aufgrund des Spielvergnügens darüber doch recht gut hinwegsehen.

Die Folgeteile der Serie „Projekt Zero II: Crimson Butterfly“ (oder für die USA „Fatal Frame II“) und „Project Zero III: The Tormented“ bieten einen ähnlichen Gruselspaß und die „Kamera Obskura“, jedoch unabhängige Geschichten.

Für all diejenigen, die sich die Playstation 3 gekauft haben, aber sich nie von der PS2 trennen konnten, lohnt es sich auf jeden Fall diese noch einmal rauszuholen und einen netten Gruselabend zu erleben, der sicherlich mehr Nervenkitzel bringt als so mancher Horrorfilm. Obwohl die Spiele für Einzelspieler ausgelegt sind, kann man doch auch ganze Freundesgruppen beim Zocken dieser Serie unterhalten.

 

5 Gedanken zu „Project Zero – ein Klassiker

  1. Schöner Artikel. 🙂 Und auch von mir eine definitive Spielempfehlung für Gruselfreunde, denn gerade die zunächst etwas gewöhnugsbedürftige „Waffe“ macht ja den besonderen Reiz aus. Wild drauf losballern kann ja jeder, aber möglichst spät erst den Auslöser zu drücken, die Geister möglichst erst im allerletzten Moment zu fotografieren, das erfordert schon einiges an Nerven. 😀 Meiner Meinung nach ein in Europa viel zu unbekanntes Spiel.

  2. Vielen Dank für Ihren Artikel! Nicht nur das Spiel selbst ist ein Klassiker, man kann es sogar schon einen Klassiker der Hausarbeits-Themen nennen 😉
    Man kann das Spiel gut im Kontext von J-Horror und dem Motiv der unheimlichen Technik untersuchen, wozu es reichlich Literatur gibt.

    Von Zero gibt es auch eine Version für die Nintendo 3DS, 零 ~紫の日記~ (2012)
    Diese finde ich besonders spannend, weil sie mit Augmented Reality arbeitet und damit das Prinzip der Geisterfotografie auf das reale Umfeld des Spielers überträgt. Leider hatte ich selbst noch keine Gelegenheit, das zu testen.

    http://www.cameraslens.com/fatalframewiki/index.php5?title=Fatal_Frame:_Spirit_Photo

  3. Die Version für den Nintendo 3DS hört sich sehr interessant an!
    Ich habe mir gerade mal ein Gameplay davon angesehen und es scheint wirklich spannend zu sein.

    Vielen Dank auch für das Zufügen eines Bildes. Ich konnte leider keines von dem Spiel machen, da ich in der Zeit vor den Prüfungen meine Playstation grundsätzlich lieber bei meinen Eltern verstaue… 😀

  4. Ich bin selbst auch ein großer Fan der Project Zero Reihe. Besonders faszinierend finde ich in dem Spiel die spirituellen Aspekte des Spiels, die auch durch diverse Rituale untermalt werden. Es ist wirklich schade, dass das Spiel in Europa recht unbekannt ist und uns sogar der vierte Teil vorenthalten wurde.
    Ich habe mal gelesen, dass manche dieser Rituale wohl in kleineren Regionen Japans tatsächlich praktiziert worden sind; und auch die „Himuro Mension“ scheint es wirklich zu geben. Leider konnte ich dazu keine wissenschaftlichen Belege oder Quellen finden, lediglich diese Seite, die man leider nicht als wirklich authentisch bezeichnen kann.
    http://www.paranormala.com/himuro-mansion-haunting/

  5. Wow, das klingt ja fast so, als müsste ich mal wieder meine PS2 rausholen und dieses Spiel spielen! 🙂 Und es gibt sogar keine Version für den 3DS, das ist ja perfekt. Werde auf jeden Fall mal in beides in einen Blick werfen. 🙂

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