Jungen in der Rhythmischen Gymnastik? – Tumbling!

tumbling
Das Team von Tumbling, Flickr cc, myfavoriteblogs
Wataru: „Rhythmic gymnastics is lame.“
Yuta: „But it’s everything to me!“
(Folge 1)

In diesem Artikel möchte ich euch das terebi dorama „Tumbling“, Originaltitel: タンブリング, vorstellen. Das dorama hat 11 Folgen, die April bis Juni 2010 Samstag abends im japanischen Fernsehen ausgestrahlt wurden.

Da ich für diejenigen von euch, die sich „Tumbling“ noch ansehen möchten, nicht zu viel vorwegnehmen möchte, will ich die Geschichte nur ganz kurz ansprechen.
Es geht um Azuma Wataru (Yamamoto Yusuke), einen jungen Delinquenten und ‚Boss‘ der Kasasumori High School, der ständig in Schlägereien verwickelt ist und Angst unter seinen Mitschülern verbreitet. Da er zu wenig Punkte aus dem letzten Schuljahr hat, wird er dazu verdonnert entweder einen Monat an Klubaktivitäten oder Extrastunden teilzunehmen. Begeistert ist er davon natürlich nicht, aber weil die hübsche neue Mitschülerin Satonaka Mari dem prestigeträchtigen Klub für Rhythmische Gymnastik der Mädchen der Schule beitritt, entscheidet er sich schließlich, dem kleinen, wenig beachteten und verspotteten Klub für Rhythmische Gymnastik der Jungen unter Kapitän Takenaka Yuta (Seto Koji) anzuschließen. Dieser träumt davon, mit einem vollständigen Team an einem Tumbling-Wettbewerb teilzunehmen.

Das dorama erzählt hauptsächlich von Freundschaft, Teamarbeit, Zusammenhalt und wie ein Ziel das Leben verändern kann. Es findet viel Charakterentwicklung statt, da neben den Problemen, die den ganzen Klub betreffen, jeder der Charaktere seine eigenen Probleme hat, die zum Beispiel mit seiner Familie oder Vergangenheit zusammenhängen, die er dann mit Hilfe der Anderen überwinden und an ihnen wachsen muss. Die Charaktere wirken dadurch sehr lebendig. „Tumbling“ ist zwar nicht ganz frei von Klischees, aber dennoch kurzweilig, interessant und mitreißend. Zudem enthält es auch einige komödiantische Aspekte, die die Story auflockern, wie zum Beispiel die wiederkehrenden Szenen im Gemeinschaftsbad. Durch die Folgen hindurch sind der dramatische und sportliche Teil relativ gut ausgeglichen, da auch viele Trainings- und Wettkampfszenen gezeigt werden.

Ich bin eher zufällig auf „Tumbling“ gestoßen und habe es mir hauptsächlich aufgrund von meinem Interesse an der Sportart, die hier zu Grunde liegt, der Rhythmischen Gymnastik, angesehen. Rhythmische Gymnastik ist ein von Frauen dominierter Sport, bei dem tänzerische und akrobatische Faktoren verknüpft werden. In den letzten Jahren hat die männliche Variante dieses Sports in Asien, insbesondere Japan, wo sie in den 1970er Jahren entstanden ist, an Popularität gewonnen, sodass es an Schulen und Universitäten oft Wettkämpfe gibt. International, besonders in Europa findet die Rhythmische Gymnastik der Männer leider kaum Beachtung und ist auch nicht vom F.I.G. (Federation Internationale de Gymnastique) anerkannt. In einer Routine geht es vor allem Koordination, Beweglichkeit, Kraft, Sprünge und Martial Arts Geschick, bei Teams kommt noch die Synchronisation hinzu. Hier ist ein Beispiel, wie das ganze dann aussieht. Die Routinen im dorama sind natürlich technisch nicht so ausgefeilt, aber es macht dennoch Spaß sie sich anzusehen. Dazu muss man sagen, dass die Schauspieler diese selbst durchführen, wofür sie meiner Meinung nach einiges an Respekt verdienen.

Für diejenigen, die sich nun mehr für das dorama und die Darsteller interessieren, habe ich hier noch eine Liste dieser und noch ein weiteres Review zum dorama, dass auch etwas mehr auf die Charaktere/ Darsteller eingeht, rausgesucht. Alle Folgen findet man im Internet mit englischen Untertiteln. Viel Spaß beim Anschauen. 😉

4 Gedanken zu „Jungen in der Rhythmischen Gymnastik? – Tumbling!

  1. Vielen Dank für die Vorstellung dieses interessanten doramas – und für die Einblicke in diese Sportart, die sicher nicht jedem so genau bekannt ist.

    Das Motiv dieses dorama – Jungen behaupten sich ein einer „Mädchensportart“ – ist in Japan ein sehr beliebtes. Meines Wissens tauchte es erstmals 2001 in dem Erfolgsfilm „Waterboys“ auf, in dem eine Gruppe von Jungs an ihrer Schule ein Synchronschwimm-Team aufbauen. Dazu gab es dann wegen des großen Erfolgs auch mehrere terebi dorama.

    Das Prinzip beschränkt sich aber nicht auf Jungs: 2004 kam dann mit „Swing Girls“ noch ein Film, in dem eine Mädchengruppe eine Jazz-Combo gründet und in „Tug of War“ (Tsuna Hiichatta) von 2012 versucht sich eine Gruppe von Frauen im Tauziehen. Und ich bin mir nicht sicher, ob das schon alles ist 😉

  2. Eine Serie dieser Art habe ich noch nie geguckt, aber es hört sich interessant an und das Tumbling selbst sieht sehr beeindruckend aus. Die Schauspieler als Laien-Athleten auftreten zu sehen, ist auch mal etwas Neues. Ich werd mir das dorama dann auch mal angucken. 😉

  3. Ach ja Tumbling. Ich fand das Dorama super! Eines der wenigen, dass ich mir tatsächlich schon öfter angeguckt habe. Besonders die Darstellung von Yamamoto Yusuke finde ich absolut komisch und es ist schön, dabei zuzusehen wie die Jungs langsam zu einem Team werden ^-^. Das von dir bereits angesprochene Abrutschen ins „klischeehafte“ ist meistens gut zu verschmerzen, da sich das Dorama selbst ja auch nicht allzu ernst nimmt. 🙂

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