Winter Comiket @ Tokyo Big Sight

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Tokyo Big Sight

​​Vor zwei Wochen habe ich die Winter-Comiket in Tokyo besucht, und möchte die ​Gelegenheit nutzen, um ​diese wohl bekannteste Messe Japans für Anime, Manga, etc., kurz vorzustellen.

 Comic Market, auch als Comiket bekannt, ist die größte und populärste Messe ihrer Art. Sie findet über je drei Tage im Sommer und Winter im Tokyo Big Sight in Odaiba statt, in denen sie über 500.000 Besucher anzieht ​, darunter mehr Frauen als Männer. Der Eintritt ist kostenlos, es wird aber empfohlen, den Katalog zu kaufen (2.000 Yen bei Direktkauf).

Die Winter-Messe 2013 hieß Comic Market 85, kurz C85.

Die Hauptattraktionen der Comiket sind gewerbliche Stände und​ ​besonders ​Verkäufe von Fan-Comics, also​ ​dōjinshi. Es stehen etwa 35.000 Stände für ​ ​die Zeichner-Circle zur Verfügung.

rsz_dscn1009 In einer der Hallen für dōjinshi

​Üblicherweise bewerben sich noch wesentlich mehr Circle als Plätze vorhanden sind. Das ist nur verständlich, da Millionen von Büchern innerhalb der drei Tage verkauft werden. Manche Fans kaufen dermaßen viele Bücher, dass sie sie direkt paketeweise per Post nach Hause schicken. Darauf ist die Messe natürlich auch vorbereitet und ​bietet ​Paketverkaufsstände, Paketrollwagen und Poststände​ für den sammelwütigen Fan oder erfolglosen Zeichner.

Der bereits erwähnte Katalog ist absolut notwendig, um sich in den dōjinshi-Hallen zurechtzufinden, wenn man nicht bereits sehr gut vorbereitet ist.

dscn1095 Links der Messe-Katalog

​Wie man sieht, ist der Katalog dicker als die meisten Telefonbücher​​; es empfiehlt sich, den Katalog im Voraus zu kaufen und durchzuarbeiten, wenn man nichts verpassen möchte.

Das rechte, wesentlich dünnere Heft befasst sich mit den gewerblichen Ständen von Studios und Firmen und ist kostenlos erhältlich, jedoch auch eine unabdingbare Hilfe bei der Navigation.

rsz_dscn1005 In der gewerblichen Halle

​Das Merchandise, das hier verkauft wird, gelangt teilweise erst Wochen später in den normalen Verkauf. Entsprechend ist der Andrang auch hier sehr groß. Bei sehr beliebten Ständen können sich sowohl bei gewerblichen Ständen als auch bei dōjinshi-Ständen Schlangen bilden, in denen man über eine Stunde warten muss.

​Cosplay spielt natürlich auch eine Rolle auf der Comiket, Cosplayer müssen allerdings in Alltagskleidung erscheinen und zahlen für die bereitgestellten Umkleidekabinen. Wie auch bei der allgemeinen Teilnehmerzahl überwiegen die weiblichen Cosplayer.

rsz_dscn1008 Der Cosplayer-Platz; links unten die Poststände

Insgesamt gab es ca. 550.000 Besucher bei der Comiket 85.

7 Gedanken zu „Winter Comiket @ Tokyo Big Sight

  1. Was ich sehr schön an der Comiket finde ist, wie man auch auf den Bildern sehen kann, dass alles immer ziemlich geordnet und diszipliniert abläuft. Alleine, wie geordnet die Leute anstehen, bevor sich morgens die Tore öffnen. Kaum Gedränge, eine wirklich angenehme Atmosphäre, sogar im Sommer. Wenn man das mit größeren Messen hier vergleicht, wie der Gamescom, ist es ein großer Unterschied. Natürlich muss man auch bei der Comiket mitunter mehrere Stunden Schlange stehen, aber die Massen an Menschen sind irgendwie nicht so anstrengend, wie hier in Deutschland. Dafür gibt es ja ausführlich erklärte Benimm-Regeln, die im Con-Heft und auf der Website aufgeführt sind!

    1. Das sehe ich ganz genau so. Auch wenn man manchmal nur im Gänsemarsch voran kam, gab es trotzdem kein unruhiges Gedrängel. Selbst als die Rolltreppen alle der Reihe nach ausgefallen sind, heh. Insgesamt kam mir die ganze Organisation sehr, sehr gut vor, aber ich habe kaum Erfahrung mit Messen in Deutschland, um wirklich Vergleiche ziehen zu können.

  2. Was für eine tolle Convetion.
    Was für ein Ausmaß an Büchern verkauft werden ist ja unglaublich!
    Ich war etwas geschockt über Katalog, wie dick er ist.
    Ein Besuch würde sich sicher sehr lohnen.

  3. Es ist bestimmt großartig, so eine Messe mal live zu erleben. 🙂
    Was mich allerdings wundert ist, dass Cosplayer in Alltagskleidug erscheinen müssen. Ist bekannt, welche Gründe man dafür angibt? Es ist doch so, dass die einzelnen Leute dann unter Umständen jede Menge Gepäck mit sich herumschleppen müssen, erst das Cosplay und später die normale Kleidung. Warum tut man den Besuchern das an, wo Cosplay doch gerade auf einer solchen Messe mit Sicherheit mehr als beliebt ist?

    1. Es war definitv großartig. :3

      Mit dem Cosplay, ich kann nur vermuten, dass es darum geht, den Leuten auf dem Weg zur Messe nicht unangenehm aufzufallen. Viele Charakter-Designs sind ja sehr, sehr auffällig. Der Ansturm auf die Messe ist natürlich auch so groß, dass die Bahnen sehr überfüllt sind (obwohl schon dafür mehr fahren), da will man den Leuten wahrscheinlich nicht noch mehr Grund geben, sich über die Comiket zu beschweren. Vor dem Rückweg haben sich die Cosplayer auch wieder in ihre Alltagskleidung geworfen.

      Oder vielleicht geht es den Veranstaltern nur darum, ein bisschen Geld mit Umkleidekabine+Gaderobe zu machen, will ich auch nicht ausschließen. 😉

  4. Der Artikel ist wirklich informativ und man erfährt einmal, wie es so auf einer japanischen Convention abläuft. Ich persönlich finde es auch positiv, dass dort alles geregelter abläuft als hier in Deutschland 🙂

    Ich denke, dass die Besucher in Alltagskleidung kommen sollen um eben nicht so aufzufallen. Mittlerweile wird es auch hier auf Conventions empfohlen soweit ich weiß.

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