Archiv der Kategorie: Subkulturen

Akihabara im Auftrag von „Cool Japan“

Was ist „Cool Japan“?

„Cool Japan“ ist ein Konzept, eine Bewegung und Strategie von der japanischen Regierung, das Japan als weltweiten Trendsetter für Populärkultur und dem damit verbundenen wirtschaftlichen Erfolg vorsieht. Angelehnt an die „Cool Britannia“ Kampagne umfasst „Cool Japan“ die Diskussion um Japan als Kulturnation und um den Export der japanischen Populärkultur, spezieller Entertainment, Technologie Kunst, Mode, und Musik. Nachdem Douglas McGray 2002 einen bahnbrechenden Artikel mit dem Titel „Japan’s Gross National Cool“ verfasst und veröffentlicht hat, in welchem grundsätzlich suggeriert wird, dass Japans wahre Macht und Potenz in der globalen Attraktivität der japanischen Populärkultur liegt, wurde „Cool Japan“ zum ernsthaften Gesprächsthema vieler Politiker in Japan. Aufgrund dessen begann man in Japan die eigene Populärkultur ernst zu nehmen. Akihabara im Auftrag von „Cool Japan“ weiterlesen

Silent Hill – ein kleiner Einblick in den Survival Horror

Da wir uns ja vor kurzem unter dem Thema „Immersion“ mit dem „playable Teaser“ zu Silent Hills beschäftigt haben, möchte ich die Gelegenheit nutzen und hier einmal die Videospielreihe an sich vorstellen. Denn nicht nur der neuste Abstecher in das kleine Städtchen Silent Hill zieht gekonnt in seinen Bann.

Konamis Silent Hill Reihe hat ihren Ursprung in Japan, was sich auf den ersten Blick gar nicht so unbedingt vermuten lässt: Die zu erkundenden Gegenden scheinen typisch für Amerika, die Protagonisten haben westliche Namen. Wie in vielen anderen Spielen des Survival Horror Genres, gilt es um das Überleben indem man sich einem unheimlichen Gegner stellt. Und darin ist auch gleich der wahrscheinlich faszinierendste Punkt der Reihe verborgen, denn anders als zum Beispiel Serien wie Resident Evil gilt es hier nicht, sich unendlichen Horden an Zombies zu stellen – sondern seinen eigenen Dämonen. Und so kommt es, dass es jeder der Protagonisten mit seinen verborgenen Ängsten und deren Personifizierung zu tun bekommt. Silent Hill – ein kleiner Einblick in den Survival Horror weiterlesen

Vom „leeren Orchester“ und seiner weltweiten Erfolgsgeschichte – Eine Dokumentation

Flickr cc,  Jorge Martínez
Flickr cc, Jorge Martínez

Beinahe jeder hat schon einmal davon gehört oder gelesen, hierzulande aber haben nur einige wenige es am eigenen Leib erfahren: Karaoke, jenes weltweit bekannte Phänomen aus dem Japan der 70er Jahre. Doch wagt man sich tiefer in das Thema hinein, so trifft man auf Wörter wie „Videoke“ oder „Anti-Karaoke“ und wenn man noch tiefer zu graben beginnt, entdeckt man sogar den ein oder anderen dunklen Fleck in der Geschichte des Karaoke.

Wer wissen möchte, was es mit der „Traummaschine Karaoke“ auf sich hat und warum der Song „My Way“ von Frank Sinatra in philippinischen Bars nicht gern gehört wird, findet hier eine Antwort:

„Karaoke“ – Singen bis das Mikro glüht

Fujoshi – die Erscheinung weiblicher Otakus

fujoshi equip
Fujoshi-Equipment. Flickr cc, girlinblack

Heutzutage gibt es immer mehr Bücher und Artikel über die otaku-Kultur Japans. Anfangs hatten otakus in Japan ein eher negatives Image und galten als die komischen Außenseiter. Seitdem in Europa und Amerika jedoch die japanischen Animes und Spiele immer mehr Ansehen gewinnen und otakus eher respektiert als verhöhnt werden, hat sich auch ihre Stellung in der japanischen Gesellschaft in den letzten Jahren verbessert. Es gibt einen riesigen Markt für otakus (Manga, Anime, Spiele, Figuren etc.) und darüber hinaus konsumieren sie nicht nur, sondern produzieren zum Beispiel auch dōjinshi 同人誌 (von Fans produzierte Manga), die zahlreich im Internet zu finden sind. Das Interesse der Allgemeinheit und Forscher an otakus wird deswegen immer größer und es gibt bereits zahlreiche Diskurse zu diesem Thema. In diesen Diskursen werden jedoch hauptsächlich Männer untersucht. Alleine das Wort otaku lässt an einen männlichen Fan denken, als ob Frauen sich nicht in demselben Maße für Manga und Anime interessieren würden. Allerdings ist in den letzten Jahren der Begriff fujoshi unter weiblichen Fans aufgetaucht und hat sich immer weiter verbreitet, aber was hat es damit auf sich? Fujoshi – die Erscheinung weiblicher Otakus weiterlesen

Visual Kei als Forschungsthema

Cover
Cover

Wenn man sich die Frage eines Forschungsthemas stellt, so stellt man sich auch immer der Frage der Realisierbarkeit und der Methode wie man dieses Thema herangeht. Besonders bei Themen wie der Populärkultur, die sich, wie wir bereits in einigen Seminaren gelernt haben, unter anderem auch durch den Austausch untereinander beziehen und verbreiten. Ein Beispiel dafür ist auch die Subkultur des „Visual Kei“.

Das zu diesem Thema in 2014 erschienene Buch „Visual Kei – Körper und Geschlecht in einer translokalen Subkultur“ von Nadine Heymann möchte ich hier nun näher vorstellen.

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Aktiv, produktiv, reich: Fandom mit den Augen von Henry Jenkins sehen

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Flickr cc, Marc Berry Reid

Sie sitzen mit Augenringen im Keller ihrer Eltern, horten wunderliche Dinge und unnützes Wissen, haben im Grunde kein Leben – so in etwa stellte man sich vor 20 Jahren das Klischee eines Fans vor. Vor allem Fans von Medienprodukten wie „Star Trek“ wurden skeptisch beäugt, wie die legendäre „Saturday-Night-Life“-Episode belegt, in der eine Star-Trek-Convention parodiert wird. „Get a life!„, ruft dort William Shatner alias Captain Kirk seinen Fans zu. Das Bild hat sich seitdem beträchtlich gewandelt: Fans sind heute durch Crowdfunding zu Investoren geworden, sie schaffen eigene Werke und es gibt kaum noch einen Medienproduzenten, der nicht der Stimme des Fandoms lauscht. Einer der schon vor über 20 Jahren das Potential des Fandoms erkannt hat, ist der Medienwissenschaftler Henry Jenkins, dessen Klassiker Textual Poachers (1992) wir uns gestern vorgenommen haben. Aktiv, produktiv, reich: Fandom mit den Augen von Henry Jenkins sehen weiterlesen

Die Amerikanische Populärkultur ist die BILD-Zeitung der Popkulturen-Die Japanische ist…

Wenn man die Beschaffenheit und Wahrnehmung dieser beiden Pop-Riesen vergleicht, fällt schnell auf, wie unterschiedlich sie auch heute noch konsumiert werden. In Deutschland tritt die amerikanische weiterhin als dominante Besatzungsmacht auf. Gekennzeichnet durch ein großes, offensiv vertriebenes Angebot, dass mit Omnipräsenz glänzen kann. Die japanische hingegen trotz fleißiger Rekrutierung und zunehmender „Mainstreamigkeit“ stellt weiterhin eher eine Guerilla-Kultur dar. Die Amerikanische Populärkultur ist die BILD-Zeitung der Popkulturen-Die Japanische ist… weiterlesen

Der Japan-Hype der deutschen Tuning-Szene

Flickr: cc Otis Blank Ein besonders beliebter Japaner: Nissan GT-R
Flickr: cc Otis Blank
Ein besonders beliebter Japaner: Nissan GT-R

 

Die Fans der japanischen Populärkultur beschäftigen sich mit Manga, Anime, Cosplay und … mit Autos. Im Alltag meist kaum auffällig, bewegen sich Honda, Nissan, Toyota und co. auf den deutschen Straßen. In der deutschen Tuning-Szene hingegen, gehören sie zu den ganz großen Stars. Doch es sind nicht nur die Autos, nein, Japan an sich ist aus dieser Szene nicht mehr wegzudenken.

Natürlich ist nicht nur Japan in der Szene vertreten, doch es fällt auf, dass viele sich darauf spezialisieren. So gibt es exklusive Werkstätten, Events und Tuning-Clubs, die sich ausschließlich japanischen Autos und dessen Herkunftsland verschrieben haben.  Der Japan-Hype der deutschen Tuning-Szene weiterlesen

Character-volle Lektüre

otaku_buecherEndlos zirkulierende Katzenöhrchen, Kopieren von Kopien, die Liebe zu niedlichen Mädchenfiguren: Gestern war unser Thema die Database-Theorie von Azuma Hiroki, die den Konsum (und auch die daraus folgende kreative Eigenproduktion) von Otaku erklären soll. Da es hier auf Popyura schon eine Zusammenfassung von Azumas Thesen und einen Artikel über Moe gibt, stelle ich hier nun zwei recht neue Bücher vor, die zum Thema Otaku und Moe auf dem Markt sind.  Character-volle Lektüre weiterlesen

Japan im Netz – IMPOSSIBRU!

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Flickr cc, Eurritimia

Mit diesem kleinen Blogeintrag möchte ich über speziell Japan bezogene Memes berichten.
Das Kunstwort „Meme“ bezeichnet in Anlehung an das englische Wort „gene“ eigentlich nur (im Kontrast zum physischen Gen) mentale Ideen oder Überzeugungen. Heute jedoch meint man fast ausschließlich eine spezielle Form von Internet-Phänomenen in Form von Bildern, Videos oder Animationen, die durch ihre Kürze und skurrilen Inhalte einen besonderen Merk- und Wiedererkennungswert haben.
Gerade Japan scheint ein beliebtes „Opfer“ von Memes zu sein. Memes bezüglich Japan sind vor allem diejenigen, in denen sogenanntes „Engrish“ vorkommt. Dabei wird natürlich auf die zumeist als schlecht empfundenen Englischkenntnisse von Japanern und/oder Asiaten angespielt. Zwei der bekanntesten möchte ich kurz vorstellen.

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Kyary Pamyu Pamyu on Tour

kyary
Flickr cc, Dennis Amith

Viele die die Wörter „Idol“ und „Kawaii“ in einem Satz hören verbinden damit  Kyary Pamyu Pamyu. Mit Ihrem Song PONPONPON wurde man vorallem auf sie aufmerksam. Das Musikvideo zu dem Song vermischt oft süßes mit bizarrem.

Erstmals kann man sie nun auch in Deutschland Live erleben. Ihr Konzert wird am 27.04.2014 in Köln stattfinden.

Hier geht es zur Facebookseite für nähere Infos

Fanpage von Kyary Pamyu Pamyu auf Facebook

Hip-Hop in Japan

Beef or Chicken tell me what you want… 

So heißt es in dem Refrain eines Songs der japanischen Hip-Hop Gruppe Teriyaki Boyz. Sie sind  international bekannt und haben bereits mit zahlreichen verschiedenen Größen des Musikgeschäfts zusammengearbeitet. Darunter zum Beispiel Kanye West, Chris Brown, Pharrell Williams, Daft Punk sowie der amerikanische Hip-Hop Mogul Jay-Z.

wikimedia.org/wikipedia/commons
Wikimedia cc, Sry85

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Japans Jugendkultur – nicht immer schrill und bunt (Teil 2)

Dies ist der zweite Teil des Beitrags ,,Japans Jugendkultur – nicht immer schrill und bunt“. Dieser Teil befasst sich mit den Faktoren, die die soziale Isolation begünstigen, sowie mit möglichen Hilfsmaßnahmen gegen das Hikikomori-Phänomen. Japans Jugendkultur – nicht immer schrill und bunt (Teil 2) weiterlesen

Japans Jugendkultur – nicht immer schrill und bunt (Teil 1)

,,Das Klebeband brachte sich leicht an. Für mich, der ich in der Dunkelheit lebe, gibt es außerhalb nichts mehr. Alles verblasst. Man muss nur die Tür hinter sich zuziehen, und schon ist man auf der Schwelle zu einer anderen Welt. Zu der Welt, die man in sich trägt, die von der Außenwelt unterdrückt wurde, der man die Luft zum Atmen nahm“.

Dieses Zitat aus Kevin Kuhns Debütroman,,Hikikomori“ spiegelt einen kleinen Teil des Innenlebens eines Hikikomoris wieder. In gleicher Weise soll auch der folgende Artikel einen kleinen Einblick in die Thematik ,,Hikikomori“ gewähren. Der Artikel besteht aus zwei Teilen, der erste beschäftigt sich mit der Definition eines Hikikomoris und der Rolle der Gesellschaft. Der Zweite Teil befasst sich mit den Faktoren, die die soziale Isolation begünstigen, sowie mit möglichen Hilfsmaßnahmen gegen dieses Phänomen.

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