Archiv der Kategorie: Anime

Wenn ein Pflegeroboter Amok läuft – Eine Filmkritik zu Rôjin-Z

14714223698880 Werden Altenpleger in der Zukunft durch Roboter ersetzt werden können? Und wenn ja, wird es den bedürftigen Senioren zugute kommen? Mit diesen und anderen Fragen beschäftigt sich der Film Rôjin-Z und zeichnet dabei eine skurrile Zukunftsvision.

Florian Münstermann hat sich den Film angeschaut und sich die Mühe gemacht, eine Filmkritik für uns zu verfassen.

 

 

Rôjin Z – Ein Pflegebett randaliert in Kamakura

Anfang des 21. Jahrhunderts hat man endlich eine Lösung für das Problem der Überalterung der japanischen Gesellschaft gefunden. Tja, wäre schön, wenn dies wirklich der Fall wäre. Doch der Animationsfilm, Rôjin Z (老人Z, 1991), zeigt uns eine Zukunftsvision, in der überfüllte Pflegeheime und Mangel an Pflegekräften endlich der Vergangenheit angehören könnten. Hiroyuki Kitakubo, bekannt durch „Golden Boy“, übernahm die Regie und Umsetzung des Drehbuchs aus der Feder von Akira-Regisseur Katsuhiro Ôtomo. Mit Witz und Humor geht der Film auf ein wachsendes, gegenwärtiges Problem der Gesellschaft ein.  Wenn ein Pflegeroboter Amok läuft – Eine Filmkritik zu Rôjin-Z weiterlesen

Das wandelnde Schloss: „Fluch des Alterns“ einmal wörtlich genommen

Howl1Miyazaki Hayaos Anime „Das wandelnde Schloss“ ist auch hierzulande sehr bekannt. Doch was hat es eigentlich mit dem Fluch auf sich, der als Motiv dieses Films auftaucht? Welche Funktion nimmt das plötzliche Altern der Protagonistin Sophie in der Erzählung ein? Ariane Hertel hat sich für uns einmal näher mit diesen Fragen beschäftigt.

Als ein Animationsfilm aus dem Hause Ghibli ist der Film „Das wandelnde Schloss“ (Hauru no Ugoku Shiro, 2004) von Hayao Miyazaki auch in Deutschland vielen Menschen ein Begriff. Gerade unter dem Aspekt der Darstellung und der Bedeutung des Alterns lohnt es sich, dieses Animationswerk auch nach Jahren noch einmal anzuschauen und erneut auf sich wirken zu lassen.

„Das wandelnde Schloss“ ist die Filmadaption des gleichnamigen Jugendbuches von Diana Wynne Jones, erschienen im Jahre 1986. Die Geschichte, die der Film erzählt, folgt zwar grob dem Verlauf der Geschichte im Buch, weicht aber hin und wieder stark davon ab.

In einer Welt, in der viele kleine Königreiche unablässig Krieg gegeneinander führen und in der Magie und Zauberer in diese Kriege mit eingebunden werden, trifft die Protagonistin Sophie – eine Hutmacherin – auf den mächtigen und bekannten Zauberer Hauru. Beobachtet werden sie dabei leider von der Hexe aus dem Niemandsland, die Hauru für sich gewinnen will und eifersüchtig auf Sophie wird. Der Fluch, mit dem die Hexe Sophie daraufhin belegt, lässt diese auf der Stelle zu einer 90-jährigen Frau altern. Auf der Suche nach Hilfe trifft Sophie erneut auf Hauru und sein wandelndes Schloss und beschließt, dort als Putzfrau zu arbeiten, um schließlich nicht nur ihren eigenen Fluch zu lösen, sondern auch den, der auf Hauru liegt. Das wandelnde Schloss: „Fluch des Alterns“ einmal wörtlich genommen weiterlesen

火垂るの墓 Die letzten Glühwürmchen (1988) – Eine Geschichte über das Sterben

Eine Reflexion über den berühmten Anime von Takahata Isao – von Isabelle Kullat

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Die berühmte Bonbondose aus dem Film und die deutsche Blue-Ray. Foto: Isabelle Kullat

Der Film mutet selbst schon wie ein Glühwürmchen an: versucht man ihn zu fangen, erlischt seine Kraft langsam in der Gefangenschaft und durch die Begrenzung der menschlichen Worte. Ein Versuch sollte trotzdem unternommen werden! Was macht diesen Film so besonders, dass er es auch beim wiederholten Ansehen schafft, zu berühren und zu deprimieren? Und warum sollte man sich überhaupt einen solch deprimierenden Film ansehen?

Takahatas Isaos berüchtigter Anime aus dem Studio Ghibli basiert auf der in Teilen autobiografischen Kurzgeschichte Hotaru no haka („Das Grab der Leuchtkäfer“, 1967) von Nosaka Akiyuki und erzählt den Zuschauern die Geschichte der Geschwister Seita und Setsuko, die im 2. Weltkrieg nicht nur ihr Zuhause und ihre Familie, sondern auch ihren Platz in der Gesellschaft Japans verlieren, um am Ende einsam zu sterben. Nosaka Akiyuki verarbeitete in ihr seine eigenen traumatischen Erlebnisse während des Krieges und den Tod seiner kleinen Schwester. Er selbst hat den Krieg überlebt, findet aber in der Rolle des Seitas in der Fiktion seinen eigenen Tod. Das Werk scheint eine Entschuldigung an seine Schwester zu sein, die unter seiner missglückten Obhut den Hungertod fand. 火垂るの墓 Die letzten Glühwürmchen (1988) – Eine Geschichte über das Sterben weiterlesen

Death Note als terebi dorama

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Abb. 1: Webseite zum dorama

Mit Manga, Anime, Realfilmen, Videospielen, einem Musical und Light Novels hat das Death-Note-Universum schon sehr beachtliche Ausmaße angenommen. Nun erobert sich die Geschichte noch ein weiteres Medium: Am 5. Juli startet zur neuen dorama-Saison in Japan Death Note als real verfilmte TV-Serie (terebi dorama) auf dem Sender NTV (immer sonntags 22.30 Uhr). Auf der Webseite zu der Serie, die in einem düsteren Look gehalten ist (vgl. Abb. 1), gibt es erste Informationen.

Light Yagami wird gespielt von dem sehr populären Schauspieler Kubota Masataka, der zur Zeit in vielen Kinofilmen und TV-Serien (z.B. gerade Algernon ni Hanataba o) zu sehen ist. Sein Gegenspieler L wird verköpert von Yamazaki Kentô (derzeit auch in Mare zu sehen), und Yûki Mio spielt Near (die im Gegensatz zu den Kinofilmen, wo sie gar nicht zu sehen war, hier eine wichtige Rolle spielen wird). Die Story soll angeblich Neues bieten, allzuviel wird aber noch nicht verraten.

Als kleinen Vorgeschmack auf die Serie – und um immer mit den aktuellsten Infos versorgt zu sein – kann man dem offiziellen Twitter-Account folgen, wo Ryuk persönlich die Fans auf dem Laufenden hält (und seine Tweets stilecht immer mit einem クックックッ… beendet).

Einfluss des Westens auf die Werke Shinichiro Watanabes

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Flickr cc, Doc_Brown

Durch Werke wie Cowboy Bebop und Samurai Champloo ist Shinichiro Watanabe schon seit Jahren ein bekannter Name unter Anime-Fans im Westen, insbesondere den USA. Diese Beliebtheit seiner Werke veranlasste sogar die amerikanische Produktionsfirma Funimation die englischsprachige Premiere seiner im vergangenen Jahr erschienenen Serie Space Dandy einen Tag vor der japanischsprachigen Premiere auszustrahlen. So lief es dann von Woche zu Woche bei jeder neuen Folge. Doch woran liegt es, dass Watanabes Werke im Westen so beliebt sind? Einfluss des Westens auf die Werke Shinichiro Watanabes weiterlesen

Freundschaft über alles – Moralische Werte im Shônen Anime

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Naruto und seine Freunde; Flickr cc, Ryoh A

Naruto, One Piece, Bleach – diese Anime könnten vom Inhalt nicht verschiedener sein und doch haben sie alle eine Gemeinsamkeit: für die Protagonisten stehen Freundschaft und Kameradschaft an erster Stelle. Niemand wird zurückgelassen, jeder Feind, der die eigenen Freunde bedroht, wird bekämpft. Fast schon plakativ wird immer das Word „Nakama“ benutzt, was oft als „Kamerad“ oder „Freund“ übersetzt wird. Aber warum wird Freundschaft als so wichtig dargestellt? Freundschaft über alles – Moralische Werte im Shônen Anime weiterlesen

„Ich bin die Gerechtigkeit“ – Helden und Monster der japanischen Popkultur

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Tokyo-Ghoul-Cosplay von Leocadius, Foto: Flickr cc, Alkun(岸蓮)

Sie bestechen durch unglaublichen Facettenreichtum und Eigenschaften, die sie von der Masse abheben. Sie sind anders und doch scheinen sie genau wie wir zu sein. Doch ein Protagonist wird erst dann besonders faszinierend, wenn er mit Schrecken seinen eigenen Abgründen gegenüber stehen muss. Eren Jäger aus Shingeki no Kyojin, Kaneki Ken aus Tokyo Ghoul und Light Yagami aus Death Note erfreuen sich besonderer Beliebtheit unter den Zuschauern. Doch während Kira für hitzige Diskussionen sorgt, erregen Eren Jäger und Kaneki Ken Sympathie. Was macht Eren und Kaneki zu Helden, mit denen wir mitfühlen? Warum steht Light Yagami in Verruf, wenn alle drei Monster sind und schlussendlich, welches Heldenbild wird in diesen Animes/Mangas vermittelt? „Ich bin die Gerechtigkeit“ – Helden und Monster der japanischen Popkultur weiterlesen

Sayonara Zetsubō Sensei und Selbstmord als Running-Gag

Zetsubo
Zetsubô-sensei-Cosplay; Flickr cc, jasohill

Sayonara Zetsubô Sensei ist ein Manga von Kôji Kumenta, welcher auch als Anime umgesetzt wurde (Anime Produktion: Akiyuki Shinbo, SHAFT).

Der Anime sticht durch seinen außergewöhnlichen Animationsstil, als auch besonders schwarzen Humor und interessante Kritik an der japanischen Gesellschaft, und auch zahlreiche Verweise an andere bekannte Animes hervor.

Sayonara Zetsubō Sensei und Selbstmord als Running-Gag weiterlesen

Tentakel-Monster und anderer „Schweinekram“ – Zwischen Obszönität und Meinungsfreiheit

Flickr cc, Jason Ahrns – Tentacles

Wer sich mit Japan auseinandersetzt, begegnet immer wieder Vorurteilen und Stereotypen. Gerne werden auch Hentai und Anime von Unwissenden durcheinander geworfen. Aber warum hat sich besonders Hentai so in das öffentliche Bewusstsein gebrannt? Schließlich ist es nur ein kleiner, sehr spezieller Teil der Anime-Kultur. Aber eben dieser kleine Teil ist so skurril und fremd, dass er bei vielen auf Unverständnis trifft. Obwohl auch Hentai, wie herkömmliche Animes, viele Genres bietet, scheinen besonders die sogenannten „Tentakel-Pornos“ heftige Reaktionen hervorzurufen. Tentakel-Monster und anderer „Schweinekram“ – Zwischen Obszönität und Meinungsfreiheit weiterlesen

Mit Hexenkraft in die reale Welt

eigenes Foto

 

Jeder kennt, das kleine Hexenmädchen Kiki mit ihrem Kater Jiji mit dem uns Ghibli seit 2005 (deutsche DVD-Veröffentlichung) verzaubert hat. Anfang März 2014 flog sie bereits in Real auf ihrem Besen durch die japanischen Kinos. Seit dem 22.01.2015 können sich nun auch die deutschen Fans in ihren Wohnzimmern, bewaffnet mit DVD oder Blu-Ray, mit der kleinen Kiki auf den Besen schwingen.

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„I cannot speak english“ Stereotyp Ausländer (外国人) in der japanischen Populärkultur

Flickr cc,  Skil Fibber
Flickr cc, Skil Fibber

Die Populärkultur in Japan, speziell Anime und Manga, stellen eine riesige Quelle für die Verbreitung von Klischees und Stereotypen der Ausländer dar, welche man wiederum in viele verschiedene Sub-Klassen unterteilen kann. Mit diesem Blogeintrag möchte ich mich mit den auffälligsten Merkmalen beschäftigen.

Im Sprachgebrauch wird der förmlichere Begriff  外国人 oftmals zu 外人 (gaijin, buchstäblich: Außenseiter) gewandelt, durchaus auch mit einem negativeren Ton. Darstellungen von Ausländern, sowie die Interaktion mit solchen, fallen in japanischen Anime, Manga, Doramas oder selbst Verbildlichungen in Lehrbüchern wie im ‚Minna no Nihongo‘, oft sehr skurril aus. Japaner schauen sich Ausländer an und denken sofort an etwas komplett Fremdes mit merkwürdigen Eigenarten.  „I cannot speak english“ Stereotyp Ausländer (外国人) in der japanischen Populärkultur weiterlesen

Anime – Immer up-to-date

ANICHARTDamit man immer genau weiß, wann die neue Staffel der Lieblingsserie in Japan veröffentlicht wird …

ANICHART gibt eine schöne Übersicht zu den neuesten Anime-Serien, Filmen & OVAs aus Japan, mit allen Details und Trailern, die bereits veröffentlicht sind.

Hayao Miyazaki – Die Werke eines großen Meisters im Kontext von Mensch und Umwelt

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Der Mononoke-hime-Wald auf Yakushima; Flickr cc, khkg

In diesem Artikel möchte ich drei Werke des japanischen Animationsfilm-Regisseurs Hayao Miyazaki vorstellen, in welchen unter anderem der Mensch in seinem Verhalten der Natur gegenüber reflektiert wird, sowie einen Bogen schlagen zu den Problemen, mit denen wir uns (vielleicht gerade heute) auch in unserer realen Welt konfrontiert sehen müssen. Dabei haben die Thematiken dieser schon etwas älteren Filme nichts an ihrer Aktualität eingebüßt – im Gegenteil. Anhand der Animationsfilme Prinzessin Mononoke, Nausicaä aus dem Tal der Winde und Das Schloss im Himmel lassen sich besonders gut Problematisierungen der Beziehung zwischen Mensch und (seiner) Umwelt festmachen. Nach eigener Aussage möchte Miyazaki selbst mit seinen Filmen lediglich unterhalten und keine tiefere Moral oder Botschaften vermitteln. Vielleicht liegt in diesen Worten aber auch die Absicht, keinen festen Rahmen vorzugeben, um der Imagination der Zuschauer bei ihrer eigenen Art der Interpretation keine Grenzen zu setzen. Gleichzeitig aber reflektiere laut Miyazaki ein Kunstwerk auch immer die Ereignisse seiner Entstehungszeit. Man kann dennoch nicht umhin, die Thematiken und Motive von Miyazakis Filmen zwangsläufig mit der eigenen Welt in Verbindung bringen zu wollen, da seine Werke einen enorm breiten Interpretationsspielraum lassen. In diesem Fall möchte ich versuchen, das Thema Mensch und Natur, das meiner Meinung nach eines der zentralen Motive in Teilen von Miyazakis Werken darstellt, zu betrachten. Welche Parallelen können wir ziehen zwischen Miyazakis phantasievollen Welten und unserer eigenen, insbesondere in Hinblick auf aktuelle Diskurse? Hayao Miyazaki – Die Werke eines großen Meisters im Kontext von Mensch und Umwelt weiterlesen

Digimon Adventure 15th Anniversary Project

DigimonSeid ihr nicht auch früher nach der Schule schnell nach Hause gelaufen um die neuesten Anime auf RTL II nicht zu verpassen? Und selbst heute schauen sich viele gerne noch einmal die Wiederholungen der Lieblingsserie von früher an. Für die Digimon-Fans unter euch gibt es dieses Jahr eine besondere Überraschung. Schon letzten Herbst ging die Seite digimon-adventure.net online, die verkündet, dass anlässlich des 15-jährigen Jubiläums von Digimon Adventure eine dritte Staffel namens Digimon tri. anlaufen wird.

Aber ich möchte hier nicht zu viel verraten, also schaut doch einfach mal auf der Seite vorbei und streichelt ein Digi-Ei.

Gender in Oh! My Goddess

Cover des 23. Bandes
Cover des 23. Bandes

Manga & Anime

1988 erschien Oh! My Goddess (Originaltitel: Aa! Megami-sama) vom Autor Kosuke Fujishima in einer Ausgabe des Comic Magazins Afternoon (Kodansha-Verlag) in Japan. Mittlerweile ist die Serie mit 48 Bänden in Japan seit 2014 abgeschlossen. Es wir den Genre Fantasy, Harem, Drama und Romanze zugeschrieben. Im Jahr 1999 schaffte es der Manga schließlich auch nach Deutschland. Dort wurde er in gespiegelter Form vom Egmont Verlag herausgebracht.

2006 brachte das Animationsstudio AIC in Japan die Fernsehserie zum Manga heraus. Inzwischen gibt es 2 Staffeln mit einmal 26 und einmal 24 Folgen. In Deutschland erschien 2007 die erste Staffel in 6 DvDs vom Animationsstudio Anime Virtual. Gender in Oh! My Goddess weiterlesen