Archiv der Kategorie: TV

Miyazaki und ein Regional-Drama über zweite Flitterwochen

Von Simon Sack

Aoshima in Miyazaki; Flickr, CC Casey Yee

Miyazaki (宮崎県) mag vielleicht nicht die bekannteste Präfektur Japans sein, bietet aber sicherlich eines der vielseitigsten touristischen Angebote. Recht weit im Süden Japans gelegen, hat sie ein tropisches Klima und bietet von Naturtourismus und „spirituellen Erfahrungen“, wie eine Seite es anpreist, über besondere Gerichte, wie etwa das Miyazaki-Rindfleisch, bis hin zu Surf-Stränden quasi allen Touristentypen etwas an. Auch Baseballfans kommen auf ihre Kosten, da viele große japanischen Baseball-Teams hier ihre Camps haben.

Neben diesen typischen Urlaubsattraktionen hat Miyazaki aber auch fernsehbegeisterten Drama-Freunden etwa zu bieten: Fans der 2016 erschienenen Serie „Miyazaki no futari“ (宮崎のふたり) können auf der offiziellen Internetseite der Serie genau nachvollziehen, welche Episode an welcher Location gedreht wurde und diese dann anschließend selbst besuchen. Die Serie handelt von einem Rentner namens Koyama Yukihiko, der vor vierzig Jahren mit seiner Frau Kyoko in den Flitterwochen in Miyazaki war. Im Laufe der Handlung kehrt er nun als verbitterter alter Mann wieder dorthin zurück und besucht gemeinsam mit einem Taxifahrer und dessen Frau all die Orte, an denen er damals mit seiner Frau gewesen war.
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Kochi und die Fernsehserie „Osozaki no Himawari“

Von Christin Benckenstein

Shimanto River; Flickr, CC PYONKO OMEYAMA

Kochi ist eine Präfektur im Süden Shikokus. Sie ist zwar die größte der vier Präfekturen Shikokus und die Nummer 18 ganz Japans, allerdings sind 84% ihrer Fläche mit Wäldern bewachsen und es leben dort nur ungefähr 764.500 Menschen – bei einer Fläche von ca. 7105 km² sind das nur knapp 112 Einwohner je Quadratkilometer. Kochi ist umgeben von Bergen und Küsten, im Osten erstreckt sich das Kap Muroto und im Westen das Kap Ashizuri, die durch weitläufige Sandstrände miteinander verbunden sind. Das Kap Muroto ist besonders bekannt für die Strände Shira-hama und Ikumi-kaigan. Die Hauptstadt Kochis ist Kochi City und liegt am Fuße des Kochi-Schlosses, welches 1603 erbaut und 1753 nach einem Feuer restauriert wurde. Es ist eines der wenigen Schlösser Japans, das Jahrhunderte lang Kriege und Naturkatastrophen überstanden hat. Die größte Attraktion von Kochi City ist das Yosakoi matsuri. Es findet seit 60 Jahren jährlich vom 9. bis 12. August statt und startet mit einem großen Feuerwerk, das die ganze Stadt in eine festliche Stimmung versetzt. Außerdem treten Teams von ca. 20.000 Yosakoi-Tänzern im Zentrum und am Bahnhof der Stadt auf. Das Fest ist mittlerweile so bekannt, dass jährlich um die 1 Millionen Besucher aus ganz Japan dafür anreisen.

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Hokkaidō: Eine Geschichte über Liebe und Whisky

Von Milena Gross

Flickr, CC lefty1007

Die Präfektur Hokkaidō ist kein Unbekannter, selbst wenn man nicht viel von dieser Insel weiß, den Namen hat man zumindest schon einmal gehört. Entweder man hört von Hokkaidō durch die Medien, wenn im Winter deutsche Nachrichten kurz von den Eisskulpturen in Sapporo berichten, oder man begegnet ihr im Supermarkt als wichtiger Produktionsort für z.B. Milchprodukte. Doch die nördlichste Präfektur Japans hat noch einiges mehr zu bieten als nur Eis, Schnee und Kürbisse. Auch wenn man in Deutschland nicht allzu viel über die zweitgrößte Insel Japans weiß, im Sommer ist sie bei den Japanern selbst recht beliebt. Wegen ihrem subborealem Klima, wodurch die Winter zwar recht kalt und schneereich sind, ist der Sommer auf Hokkaidō  kühler und angenehmer als im restlichen Teils Japans. Aber auch die dortigen Skigebiete sind sehr beliebt, nicht nur bei Japanern. Das Klima beschert Hokkaidō  eine reiche Natur – im Frühling zeichnen weite, farbenfrohe Blumenwiesen die Landschaft und in den vielen Nationalparks lässt sich Natur dieser Insel in Ruhe genießen. Mit dem Shiretoko National Park (知床国立公園) besitzt Hokkaidō  einen der größten Parks, dieser Art, in Japan. Früher war die Präfektur einst das Zuhause der Ainu, eine indigene Bevölkerung. Noch heute leben einige von ihnen auf ihrer Insel, jedoch sind sie nur noch eine Minderheit. Doch durch Museen und Festivals kann man diese Kultur, diesen Teil von Hokkaidō  zumindest teilweise erleben.
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Hyôgo: Wie Idols den Tourismus ankurbeln können

Von Marieke Schwanke

Himeji-jô; eignes Foto der Autorin

Neben den bekannten und beliebten Reisezielen Osaka, Kyoto und Nara in der Kansai-Region im Südwesten Japans liegt die Präfektur Hyôgo. Sie wird häufig übersehen, obwohl sie von unberührter Natur in den Bergen, über Strände und Meer, bis zur pulsierenden Hafenstadt Kobe, welche gleichzeitig die Hauptstadt der Präfektur und die fünftgrößte Stadt Japans ist, einiges zu bieten hat. Kobe ist dank seines modernen Hafens, das sogenannte Harborland, ein beliebtes Touristenziel. Auch viele internationale Unternehmen sind dort ansässig. Aber wohl am ehesten denkt man bei „Kobe“ an das Kobegyû, das weltweit preisgekrönte Rindfleisch, welches man natürlich in seiner Heimatstadt am besten verspeisen kann. Die vermutlich bekannteste Sehenswürdigkeit Hyôgos ist das UNESCO-Weltkulturerbe Himeji-jô (Burg/Schloss Himeji). Es wurde im 17. Jahrhundert erbaut und gilt als das einzige Schloss Japans, dass noch in seinem Originalzustand steht, da es dank gekonnter Tarnung im Krieg von Zerstörung verschont geblieben ist. Es ist außerdem bekannt für seine weiße Farbe, weswegen es auch Shirasagijô (Weißer-Reiher-Schloss) genannt wird, und lädt mit seinen großen Parks und Gärten jährlich viele einheimische und ausländische Touristen – gerade zur Kirschblütenzeit –  ein. Im Norden Hyôgos gibt es wunderschöne Strände zum Entspannen und Spazierengehen. Dort befindet sich die traditionelle Onsen-Stadt Kinosaki, in der man in vielen traditionell japanischen Hotels, sogenannten Ryokan, eine schöne Zeit verbringen kann. Hyôgo: Wie Idols den Tourismus ankurbeln können weiterlesen

Death Note als terebi dorama

deathnotedorama
Abb. 1: Webseite zum dorama

Mit Manga, Anime, Realfilmen, Videospielen, einem Musical und Light Novels hat das Death-Note-Universum schon sehr beachtliche Ausmaße angenommen. Nun erobert sich die Geschichte noch ein weiteres Medium: Am 5. Juli startet zur neuen dorama-Saison in Japan Death Note als real verfilmte TV-Serie (terebi dorama) auf dem Sender NTV (immer sonntags 22.30 Uhr). Auf der Webseite zu der Serie, die in einem düsteren Look gehalten ist (vgl. Abb. 1), gibt es erste Informationen.

Light Yagami wird gespielt von dem sehr populären Schauspieler Kubota Masataka, der zur Zeit in vielen Kinofilmen und TV-Serien (z.B. gerade Algernon ni Hanataba o) zu sehen ist. Sein Gegenspieler L wird verköpert von Yamazaki Kentô (derzeit auch in Mare zu sehen), und Yûki Mio spielt Near (die im Gegensatz zu den Kinofilmen, wo sie gar nicht zu sehen war, hier eine wichtige Rolle spielen wird). Die Story soll angeblich Neues bieten, allzuviel wird aber noch nicht verraten.

Als kleinen Vorgeschmack auf die Serie – und um immer mit den aktuellsten Infos versorgt zu sein – kann man dem offiziellen Twitter-Account folgen, wo Ryuk persönlich die Fans auf dem Laufenden hält (und seine Tweets stilecht immer mit einem クックックッ… beendet).

Einfluss des Westens auf die Werke Shinichiro Watanabes

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Flickr cc, Doc_Brown

Durch Werke wie Cowboy Bebop und Samurai Champloo ist Shinichiro Watanabe schon seit Jahren ein bekannter Name unter Anime-Fans im Westen, insbesondere den USA. Diese Beliebtheit seiner Werke veranlasste sogar die amerikanische Produktionsfirma Funimation die englischsprachige Premiere seiner im vergangenen Jahr erschienenen Serie Space Dandy einen Tag vor der japanischsprachigen Premiere auszustrahlen. So lief es dann von Woche zu Woche bei jeder neuen Folge. Doch woran liegt es, dass Watanabes Werke im Westen so beliebt sind? Einfluss des Westens auf die Werke Shinichiro Watanabes weiterlesen

Anime – Immer up-to-date

ANICHARTDamit man immer genau weiß, wann die neue Staffel der Lieblingsserie in Japan veröffentlicht wird …

ANICHART gibt eine schöne Übersicht zu den neuesten Anime-Serien, Filmen & OVAs aus Japan, mit allen Details und Trailern, die bereits veröffentlicht sind.

Digimon Adventure 15th Anniversary Project

DigimonSeid ihr nicht auch früher nach der Schule schnell nach Hause gelaufen um die neuesten Anime auf RTL II nicht zu verpassen? Und selbst heute schauen sich viele gerne noch einmal die Wiederholungen der Lieblingsserie von früher an. Für die Digimon-Fans unter euch gibt es dieses Jahr eine besondere Überraschung. Schon letzten Herbst ging die Seite digimon-adventure.net online, die verkündet, dass anlässlich des 15-jährigen Jubiläums von Digimon Adventure eine dritte Staffel namens Digimon tri. anlaufen wird.

Aber ich möchte hier nicht zu viel verraten, also schaut doch einfach mal auf der Seite vorbei und streichelt ein Digi-Ei.

Das dorama um Gender in der Popkultur

Is
Abb. 1: Das dorama IS

Erfolgreiche Single-Frauen (Around 40, 2008), Intersexuelle (IS, 2011) und alleinerziehende (Stief-)Väter (Marumo no okite, 2011; Oh my Dad!, 2013) – japanische TV-Serien (terebi dorama) warteten in den letzten Jahren mit vielen alternativen Lebensmodellen auf. Dies macht die japanischen dorama zu einem interessanten Untersuchungsgegenstand für die Gender-bezogene Medienforschung, die gestern im Mittelpunkt unseres Seminars stand. Das dorama um Gender in der Popkultur weiterlesen

Call Her Name – Eine Werbekampagne aus Japan

Call her Name
„Call her Name“-Kampagne von Pola

Wenn man sich japanische Werbung ansieht, stolpert man über viele kuriose Dinge. Von einem sprechenden Hund als Familienvater,  einem weiblichen Samurai, der aus einer Zitrone steigt und Bonbons an Kinder verteilt zu einem Teufel der Tokio nur für eine Packung Pockys vernichtet gibt es alles.  Der Werbespot in dem es in diesem Artikel geht ist allerdings weniger bunt und verrückt als viel mehr herzerwärmend. Call Her Name – Eine Werbekampagne aus Japan weiterlesen

Miss Manga – Die Plakatisierung einer Fangemeinde

Wenn man sagt, dass man Japan-Fan ist und dann komisch angeschaut wird, sollte man sich hierzulande nicht wundern. In der RTL2-Sendung „Hilf mir! Jung, pleite, verzweifelt…“ vom 29.10.2014 wird ein sogenanntes „Manga-Mädchen“ dargestellt. Natürlich ist das nur eine fiktive Sendung, aber wie wir sicher alle wissen, bedient RTL2 sich gerne dieses Themas (ganze Sendung zu sehen auf RTL2 now). Trotzdem wird hier ein völlig verzogenes Bild der Community erzeugt. Oder lauft ihr den ganzen Tag mit einer blauen Perücke herum? Sicher mag es die ein oder andere Ausnahme geben, das ist ja auch völlig okay. Doch allein schon die Unterscheidung von Manga und Comic, fällt RTL2 schwer.

Die „Betroffene“ in dieser Sendung wird als geisteskrank, kriminell und süchtig nach Manga dargestellt. Sie klaut Geld von ihrer Mutter und ihrem Arbeitsplatz, um sich Manga, Schminke und Klamotten kaufen zu können. In manchen Einblendungen wird Cosplay erwähnt, ohne auch nur einmal ansatzweise zu erklären, was das eigentlich ist. Meist wird Manga auch einfach mit Cosplay gleichgesetzt. Miss Manga – Die Plakatisierung einer Fangemeinde weiterlesen

Hey, wusstest du schon…?

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Mameshiba; Flickr cc, Nina Helmer

Viele von euch haben sie schon mal gesehen und sich vielleicht gefragt, woher die kleinen Bohnen wohl kommen oder was ihr Sinn ist. Die Antwort ist – wir wissen es nicht. Ich rede von Mameshiba, einem japanischen Merchandise-Franchise, das seit einigen Jahren nicht nur in Japan, sondern auch in den USA, Frankreich und auf deutschen Conventions um sich greift.

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Anpanman – Japans beliebtester Kinderheld

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Anpanman-Zug, Flickr cc, Kathleen Kam

Der rotwangige Superheld mit dem Teigwarenkopf ist seit nahezu 30 Jahren fester Bestandteil der japanischen Kindheit – und auch darüber hinaus allgegenwärtig im Alltag. Hello Kitty mag Japans international erfolgreichster und bekanntester Character sein, doch seit 2002 führt Anpanman in der von Spielehersteller Bandai ausgerichteten Befragung zur Beliebtheit von Serien und Characters bei Kindern die Liste an und ist damit in Japan selbst sogar noch populärer als die kleine weiße Katze.

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Zeit der streitenden Rider-Reiche: Kamen Rider Gaim

Kamen Rider show, flickr cc, 5th Luna
Kamen Rider show, flickr cc, 5th Luna

Zum insgesamt 25. Mal flimmert nun schon in Japan eine Serie der Kamen Rider-Reihe über die Bildschirme. Dem geneigten deutschen Leser mag dieser Name vielleicht kein Begriff sein, in Japan aber gehört Kamen Rider zu den bekanntesten Vertretern des so genannten tokusatsu 特撮 (“Spezialeffekte”) Genre. Alle der Serien zeichnen sich durch den Motorrad fahrenden – daher auch “Rider” – Hauptcharakter aus, der sich mit Hilfe eines Gürtels, meist driver ドライバー genannt, in einen maskierten Superhelden verwandelt. Wie bei vielen Serien mit Superhelden steht auch bei Kamen Rider meist eine bestimmte Motivik im Vordergrund, die sich in Gürteln und Kostümen der Helden zeigt.

Doch nun genug der Vorrede, hier soll es schließlich nicht um die Reihe im Allgemeinen gehen, sondern um ihren neuesten Auswuchs Kamen Rider Gaim 仮面ライダー鎧武. Diese Serie läuft seit dem 6. Oktober 2013 und wird voraussichtlich noch bis zu diesem Herbst zu sehen sein. Für Animefans sicher nicht uninteressant ist, dass man als Drehbuchautor Urobuchi Gen 虚淵玄 gewonnen hat, der vielen durch seine Mitwirkung an Titeln wie Fate/zero oder Puella Magi Madoka Magica bekannt sein dürfte.

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